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WAZ: Die falsche Variante. Kommentar von Stefan Schulte

    Essen (ots) - Die Gesundheitskarte ist das ehrgeizigste IT-Projekt in Deutschland seit Einführung der Lkw-Maut. Sie sollte das Vorzeigeprojekt der scheidenden Ministerin Ulla Schmidt werden. Der Starttermin 2006 wurde Jahr um Jahr verschoben. Nun, da Abermillionen investiert wurden und die Karte endlich verschickt wird, will Schwarz-Gelb sie wieder einstampfen. Ein verheerendes Signal für die Branche. Doch zur Wahrheit gehört auch, dass die Karte in ihrer Rohfassung nichts bringt. Ein Bild des Versicherten hätte man auch auf die alte Karte kleben können. Alle wichtigen Funktionen, die Kosten sparen und Patienten im Notfall helfen könnten, sind bis zum heutigen Tag nicht einsetzbar. Und nach wie vor gibt es Zweifel an der Datensicherheit. Also lieber ein Ende mit Schrecken? Das ist nachvollziehbar, aber erschreckend pessimistisch. Dass es sinnvoll sein kann, Notfalldaten, Arznei-Infos und Krankengeschichten stets abrufbar zu haben, steht außer Frage. Die optimistische Variante wäre deshalb, eine Gesundheitskarte mit genau diesem Nutzen endlich durchzusetzen. Gegen die Lobbyverbände.

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