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WAZ: Als ob nichts gewesen wäre. Kommentar von Sabine Brendel

    Essen (ots) - Vor einem Jahr ließ die Pleite der US-Bank Lehman die globale Finanzwelt erbeben, Banker redeten plötzlich viel von Moral und Ethik. Da bestand noch Hoffnung, dass sich etwas ändert am Gehabe der Bankbranche. Oder dass sich die Regierungen endlich zusammenraufen und die Finanzwelt wieder zügeln. Diese Hoffnung ist geplatzt, die Chance zur Weichenstellung bisher vertan. Die Weltwirtschaft stürzte dank milliardenschwerer Konjunkturprogramme nicht zusammen, Notenbanken schmissen viel billiges Geld auf den Markt. Die Spekulationsparty in Banken und an den Börsen geht also fatalerweise weiter. Das bedroht das Ersparte der Menschen: Banken versuchen weiter, Kunden riskante und nur für Profis verständliche Papiere anzudrehen. Ein Beispiel: Da "Zertifikat" nach Leh-mans Pleite mies klingt, heißen viele nun "Anleihen". Der Handel mit den Schuldverschreibungen läuft, als ob nichts gewesen wäre. Da hilft dem von Politik und Banken im Stich gelassenen Bürger bei der Geldanlage nur eins: Sich bestmöglich informieren und nur in solche Produkte investieren, die man wirklich versteht.

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