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WAZ: Anhalten, helfen! Kommentar von Britta Heidemann

    Essen (ots) - Abend auf der Autobahn, loderndes Licht auf dem Seitenstreifen, offenbar brennt da etwas. Halten Sie an? Beim schwersten deutschen Busunglück seit Jahren fuhren zu viele vorbei; einer von ihnen filmte per Handykamera, verkaufte das Video an einen Nachrichtensender. Wie kann man so etwas tun?

      Nun helfen auch Amateur-Videos zuweilen: Katastrophen
aufzuarbeiten (aber dann gehören sie in die Hände der Polizei). Zudem
schafft die Kamera emotionale Distanz. So mag der Filmer sich ins
Filmen geflüchtet haben, vor seiner eigenen Angst vielleicht. Fragt
er sich heute, ob er stattdessen Leben hätte retten können?

      Eher fühlt er sich bestätigt, weil er für den "exklusiven
Bericht" viel Geld bekam. "Das Schockierende ist, dass es Medien
gibt, die solches Verhalten finanziell belohnen", sagt
Medienwissenschaftler Helmut Scherer in einem Interview: Dies sei
"jenseits dessen, was die journalistische Ethik erlaubt". Machen wir
uns nicht zu Helfershelfern.

      Die Polizei übrigens erinnert daran, dass es eine Form der
Ersthilfe gibt, die jeder beherrscht: "Einem Verletzten einfach nur
die Hand zu halten."

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