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WAZ: Kälte, Energie und ein Pullover - Sozialdemokrat Sarrazin - Leitartikel von Ulrich Reitz

    Essen (ots) - Es ist so leicht wie billig, Berlins Finanzsenator Sarrazin für den Rat zu tadeln, hohe Energiepreise im Winter mit Pullovern zu beantworten. Ziehen wir Sarrazins lustvolle Provokation (endlich mal kein Wischiwaschi aus Berlin!) einmal ab - hat der SPD-Mann denn in der Sache nicht Recht? Gegen steigende Energiepreise helfen keine Subventionen, sondern nur: Energiesparen. Es ist wenig überraschend, wenn Sozialverbände und Gewerkschaften mehr Geld für Bedürftige fordern. Bezahlt werden muss dies von denen, die für ihr Geld arbeiten, auch von jenen, die wenig oder sehr wenig verdienen. Ist das sozial gerecht? Sarrazin beruft sich auf traditionelle sozialdemokratische Werte. "In alten Arbeiterhaushalten war es eine eherne Regel, unter allen Umständen mit dem Geld auszukommen." Eine Frage auch von Selbstachtung und Würde. Bevor man Sarrazin, wie dies in etlichen Internetforen geschieht, als neoliberal verunglimpft, sollte man einmal darüber nachdenken, ob die Auffassung der Linkspartei wirklich "links" ist, wonach es egal ist, wie man mit anderer Leute ehrlich verdientem Geld umgeht.

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