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WAZ: Blatter zittert, wenn er Wind macht. Kommentar von Frank Lamers

Essen (ots)

Neulich hat Sepp Blatter wieder einmal eine Menge
Wind erzeugt, so viel Wind, dass es in Südafrika sogar zu erheblichen
Schäden gekommen sein soll. Nicht nur an Material. Wahrscheinlich 
sind Menschen glatt aus ihren Stühlen gehoben worden, als der 
Präsident des Weltfußballverbandes erklärt hat, die WM 2010 müsse 
nicht unbedingt im tiefen Süden stattfinden, man hätte ja einen Plan 
B in der Schublade.
 Könnte alles Nonsens gewesen sein, Wind eben. Südafrika ist nämlich 
gerade dabei, einige Milliarden Euro (vier sollen es am Ende sein) in
das Unternehmen Weltmeisterschaft zu investieren. Außerdem existieren
ein paar von diesen selbst in Ballsportkreisen üblichen Verträgen. In
denen soll festgehalten sein, dass allein eine Naturkatastrophe die 
WM in Südafrika verhindern kann.
 Dass darüber hinaus der deutsche WM-Berater Horst R. Schmidt 
beobachtet hat, dass die Annahme, auf dem Bau gehe es nicht voran, 
gar nicht der Wahrheit entspricht, mag den Schluss rechtfertigen, 
dass Blatter einfach scherzen wollte, neulich. Wahrscheinlicher 
jedoch ist, dass Südafrika, dieses Land, an das er die WM unbedingt 
vergeben wollte, weil so ein humanes Signal die eigene Persönlichkeit
herrlich erstrahlen lässt, unter gravierenderen Problemen leidet als 
Arbeitsverweigerung an den Schippen.
 Südafrika ist offensichtlich zumindest in Teilen ein Land, das für 
Sicherheit nicht garantieren kann, und wenn befürchtet werden muss, 
dass auf einem Fest die Gefahr ständig auf der Lauer liegt, werden 
sich auch Fußballfans überlegen, zu Hause zu bleiben. Dass Blatter 
den möglichen Rückzug nun sanft testet, deutet an: Der Stratege hat 
spät, aber vielleicht nicht zu spät bemerkt, dass es möglich ist, 
sich an einem sozialen und politischen Gewicht zu verheben.

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Telefon: 0201 / 804-2727
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