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WAZ: Diskretion hilft nur den Tätern - Leitartikel von Sigrid Krause

    Essen (ots) - Die Ermittler sind nicht zu beneiden. Seit Januar kreisen sie 12 000 Verdächtige ein, durchsuchen Computer nach Kinderpornografie und klagen Straftäter an. Das klingt nach einem grandiosen Erfolg. Birgt aber auch tiefen Frust bei allen, die gegen die Flut der Bilder ankämpfen.

      Denn meist führen nur Zufallsfunde auf die Spur der Täter. Die
"Verbraucher" fühlen sich offenbar sehr sicher im virtuellen Netz,
ordern bedenkenlos Bilder und Videos. Dabei ist jedes einzelne ein
trauriges Dokument gnadenlosen Missbrauchs.

      Dass gewissenlose Geschäftemacher solche "Produkte" herstellen
und weltweit anbieten, ist ein Verbrechen. Sie zu stoppen und zu
fassen, gelingt bisher nicht. Dass Kinderpornografie ein
Wachstumsmarkt ist, der Milliarden garantiert, liegt aber zuallererst
an jenen, die die menschenverachtenden Produkte hemmungslos
"genießen".

      Honorige Bürger - ein Gerichtspräsident, ein Oberbürgermeister
incl. - wurden dafür schon bestraft. Solche Fahndungserfolge zu
feiern, müsste selbstverständlich werden. Allein die Furcht vor der
Entdeckung wird die Biedermänner vom schnellen Klick zum verbotenen
Kick abhalten.

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