Oxfam Deutschland e.V.

Start der Globalen Aktionswoche für Bildung 2006
Mehr Entwicklungshilfe für Grundbildung gefordert

    Berlin (ots) - Unter dem Motto "Lehrerinnen und Lehrer für alle!" startet heute weltweit die Aktionswoche für Bildung. Organisiert von der Globalen Bildungskampagne, finden bis zum 30. April in vielen Ländern der Welt Aktionen statt, die Druck auf die Regierungen der Entwicklungsländer und der Geberländer ausüben sollen, damit diese ihr gegebenes Versprechen, allen Kindern bis zum Jahr 2015 eine kostenlose, gute Grundbildung zu ermöglichen, auch einhalten.

    In Deutschland beteiligen sich Hunderte Schulen an der Aktionswoche. Lehrer und Schüler gestalten thematische Unterrichtsstunden und diskutieren eine der Hauptursachen für die weltweite Bildungskrise: den akuten Mangel an Lehrkräften in Entwicklungsländern. Ihre Vorschläge zur Lösung des Problems und ihre Forderungen an die Bundesregierung stellen die Schülerinnen und Schüler in Dossiers zusammen, die im Anschluss an die Aktionswoche an sämtliche Mitglieder des Bundeskabinetts sowie den Präsidenten und die Vizepräsident/innen des Bundestages übermittelt werden.

    Dabei ist es eine der Hauptforderungen der Globalen Bildungskampagne, die Bundesregierung zu einer Erhöhung der Mittel für Grundbildung in armen Ländern zu bewegen. Denn obwohl die Bundesregierung 2002 ankündigte, ihre Entwicklungshilfeausgaben im Bereich der Grundbildung bis 2007 auf 120 Millionen Euro jährlich zu erhöhen, stagnieren sie seitdem bei ca. 70 Millionen Euro. Eine Anhebung der Entwicklungshilfe ist eine zentrale Vorraussetzung dafür, dass vermehrt Lehrkräfte eingestellt werden und so der akute Bedarf an Lehrerinnen und Lehrern in Entwicklungsländern behoben werden kann.

    Die Schirmherrin der Globalen Bildungskampagne in Deutschland, Prof. Dr. Gesine Schwan, Präsidentin der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder), sagt dazu: "Gerade ein Land wie Deutschland, in dem Bildung immer einen großen Stellenwert hatte, sollte die Förderung von Bildung auch in seiner Entwicklungszusammenarbeit zu einer Priorität erklären. Dementsprechend sollte die Bundesregierung ihre Zuwendungen in diesem Bereich nicht hinter versprochene Vorgaben zurückfallen lassen."

    Die Aktionswoche für Bildung findet seit 1999 alljährlich im April statt und wird von der Globalen Bildungskampagne (Global Campaign for Education - GCE) organisiert. Die GCE ist ein Bündnis zivilgesellschaftlicher Organisationen und existiert in über 150 Ländern. Sie setzt sich für die Durchsetzung des Millenniumsziels einer kostenlosen und qualitativ guten Grundbildung für alle bis zum Jahr 2015 ein. In Deutschland engagieren sich Aktion Weißes Friedensband, CARE, die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Kindernothilfe, Oxfam, Plan International, World Vision und World University Service gemeinsam in der Kampagne.

    Welche Aktionen sind während der Aktionswoche weltweit geplant?     Beispiele:

    Die indonesischen Mitglieder der Globalen Bildungskampagne veranstalten in fünfzehn Provinzen des Landes öffentliche Kundgebungen, Foto- und Kunstausstellungen, um das Bewusstsein für die Bedeutung von gut ausgebildeten und angemessen bezahlten Lehrkräften zu fördern.

    In Burundi, wo erst im letzten Jahr durch eine erfolgreiche Kampagne eine Senkung der Schulgebühren erreicht wurde, werden Lehrkräfte und Schüler/innen für die Einstellung von mehr Lehrer/innen und eine Reduzierung der Klassengrößen demonstrieren.

    In Kanada wird die Globale Bildungskampagne das weltweit größte Poster erstellen, auf dem die Schüler/innen sich mit ihren Forderungen verewigen können.

    Weitere Informationen unter www.campaignforeducation.org und     www.bildungskampagne.org

    Wie ist die Bildungssituation in den Entwicklungsländern?

    - Positiv ist zu berichten, dass die Einschulungsrate in
        Entwicklungsländern im Jahr 2002 83,2% betrug, während es 1998
        nur 82% waren.
    - Millionen Kinder verlassen die Schule allerdings, bevor sie
        richtig lesen und schreiben können. Immer noch gehen weitaus
        weniger Mädchen in die Schule als Jungen.
    - Immer noch bleibt ca. 100 Millionen Kindern das Recht auf
        Bildung verwehrt. Acht von zehn dieser Kinder leben in Afrika    
        südlich der Sahara oder in Südasien.
    - 15 Millionen zusätzliche Lehrkräfte wären nötig, um bis 2015
        allen Kindern weltweit eine kostenlose und qualitativ
        hochwertige Grundbildung bei einem Schüler/Lehrer-Verhältnis von
        40:1 zu ermöglichen (Millennium-Entwicklungsziel 2).
    - Die weltweiten jährlichen Entwicklungshilfeausgaben im Bereich
        der Grundbildungsförderung in Entwicklungsländern belaufen sich
        momentan auf ca. 2,6 Milliarden USD. Diese müssten auf ca. 12
        Milliarden USD/Jahr anwachsen, um das
        Millennium-Entwicklungsziel 2 zu erreichen.

Kontakt:   Nina Ingenkamp, Oxfam Deutschland e. V., ningenkamp@oxfam.de, Tel.: 030-42 85 06 21,  mobil: 0163-218 1355 Jens Raygrotzki, Plan International Deutschland, jens.raygrotzki@plan-international.org, Tel: Tel. 040-611 40-0

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