Nach der Pandemie: Verdopplung von Essstörungen bei Mädchen in Sachsen-Anhalt
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Die Folgen der Pandemie und anhaltende Krisen sorgen bei vielen jungen Menschen in Sachsen-Anhalt dauerhaft für psychische Probleme. Das zeigt der neue DAK-Kinder- und Jugendreport zu Angststörungen, Depressionen und Essstörungen für Sachsen-Anhalt. Im Fokus der wissenschaftlichen Studie stehen Mädchen im Alter zwischen 15 und 17 Jahren, da sich hier die größten Anstiege zeigen: So haben sich in dieser Altersgruppe 2024 die Behandlungszahlen von Essstörungen seit 2019 mehr als verdoppelt. Landesweit waren 2024 rund 600 Teenagerinnen mit einer Essstörung bei Ärzten, Therapeutinnen oder im Krankenhaus. Im Bundesvergleich hat Sachsen-Anhalt damit die größte Prävalenz von Essstörungen bei jugendlichen Mädchen: 23,5 je 1.000 Mädchen. Auch bei Angststörungen und Depressionen sind in Sachsen-Anhalt hohe Behandlungszahlen zu verzeichnen. Insgesamt mussten 2024 in Sachsen-Anhalt hochgerechnet rund 1.700 jugendliche Mädchen mit einer Angststörung behandelt werden. Im Falle von Depressionen waren es rund 2.100 junge Frauen. Lesen Sie mehr in unserer Pressemeldung.
Freundliche Grüße
Ihr Presseteam der DAK-Gesundheit Sachsen-Anhalt
Nach der Pandemie: Verdopplung von Essstörungen bei Mädchen in Sachsen-Anhalt
- DAK-Kinder- und Jugendreport: Essstörungen bei jugendlichen Mädchen steigen seit 2019 um 102 Prozent
- Angststörungen mit einem Plus von 21 Prozent – Depressionen mit 46 Prozent
- DAK-Landeschef Meyrich fordert Offensive für mentale Gesundheit
Die Folgen der Pandemie und anhaltende Krisen sorgen bei vielen jungen Menschen in Sachsen-Anhalt dauerhaft für psychische Probleme. Das zeigt der neue DAK-Kinder- und Jugendreport zu Angststörungen, Depressionen und Essstörungen für Sachsen-Anhalt. Im Fokus der wissenschaftlichen Studie stehen Mädchen im Alter zwischen 15 und 17 Jahren, da sich hier die größten Anstiege zeigen: So haben sich in dieser Altersgruppe 2024 die Behandlungszahlen von Essstörungen seit 2019 mehr als verdoppelt. Landesweit waren 2024 rund 600 Teenagerinnen mit einer Essstörung bei Ärzten, Therapeutinnen oder im Krankenhaus. Im Bundesvergleich hat Sachsen-Anhalt damit die größte Prävalenz von Essstörungen bei jugendlichen Mädchen: 23,5 je 1.000 Mädchen. Auch bei Angststörungen und Depressionen sind in Sachsen-Anhalt hohe Behandlungszahlen zu verzeichnen. Insgesamt mussten 2024 in Sachsen-Anhalt hochgerechnet rund 1.700 jugendliche Mädchen mit einer Angststörung behandelt werden. Im Falle von Depressionen waren es rund 2.100 junge Frauen.
„Die aktuellen Ergebnisse des DAK-Kinder- und Jugendreports zeigen, dass psychische Probleme viele junge Menschen in Sachsen-Anhalt inzwischen dauerhaft begleiten – vor allem Mädchen. Der starke Anstieg von Essstörungen im Jahr 2024 muss uns als Gesellschaft wachrütteln. Wir müssen aufpassen, dass wir nicht einen Teil dieser Generation verlieren“, sagt Steffen Meyrich, DAK-Landeschef in Sachsen-Anhalt. „Jugendliche leiden oft auch später als Erwachsene an den Folgen ihrer psychischen Erkrankungen, was ihre Familien oder ihr Arbeitsleben belastet. Deshalb brauchen wir jetzt eine Offensive für die mentale Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland.“
Anstieg der Essstörungen auf Platz eins im Bundesvergleich
Im Bundesvergleich hatte Sachsen-Anhalt die größte Prävalenz, also Erkrankungshäufigkeit von Essstörungen bei jugendlichen Mädchen im Jahr 2024: 23,5 je 1.000 Mädchen. Die Behandlungszahlen jugendlicher Mädchen mit Essstörungen stiegen 2024 im Vergleich zu 2019 um 102 Prozent. In den Jahren 2021 bis 2024 lassen sich erhöhte Prävalenzen feststellen, sodass sich ein Plateau in der Entwicklung der Erkrankungshäufigkeit aufbaut. 2024 waren in Sachsen-Anhalt hochgerechnet rund 600 jugendliche Mädchen mit einer Essstörung in Behandlung.
Depressionen steigen weiter an
Ein steigender Trend zeigt sich in Sachsen-Anhalt auch mit Blick auf Depressionen: So nahmen die Behandlungszahlen jugendlicher Mädchen mit Depressionen 2024 im Vergleich zu 2019 um 46 Prozent zu – im Vergleich zu 2023 um 29 Prozent. 2024 waren in Sachsen-Anhalt hochgerechnet rund 2.100 jugendliche Mädchen mit einer Depression in Behandlung.
Angststörungen chronifizieren sich bei jugendlichen Mädchen
Laut DAK-Kinder- und Jugendreport für Sachsen-Anhalt sind jugendliche Mädchen von Angststörungen besonders betroffen. 2024 mussten rund 63 von 1.000 sachsen-anhaltischen Mädchen mit einer Angststörung ambulant oder stationär versorgt werden, insbesondere mit sozialen Phobien und Panikstörungen. Hochgerechnet waren es landesweit rund 1.700 Teenagerinnen im Alter von 15 bis 17 Jahren. Im Vergleich mit dem letzten Vorpandemiejahr 2019 ist das ein Plus von 21 Prozent. Besonders auffällig ist, dass die Chronifizierung zunimmt. 2019 mussten 8,1 von 1.000 Mädchen zwischen 15 und 17 Jahren jedes Quartal mit einer Angststörung ambulant oder stationär behandelt werden. 2024 waren es 15,9 je 1.000 jugendliche Mädchen. Das entspricht einer Steigerung von 79 Prozent.
Kinderarzt fordert Maßnahmen für ein gesundes Aufwachsen
„Der aktuelle Kinder- und Jugendreport der DAK-Gesundheit zeigt alarmierende gesundheitliche Trends bei Kindern und Jugendlichen, insbesondere deutliche Zunahmen von psychischen Belastungen wie Angst- und Depressionsstörungen in den letzten Jahren“, sagt Dr. Roland Achtzehn, Landesvorsitzender des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzt*innen e. V. (BVKJ) in Sachsen-Anhalt „Diese datenbasierten Befunde unterstreichen, wie wichtig präventive Ansätze, frühe Aufklärung und eine verbesserte Versorgung sind. Genau hier setzt der Pakt für Kindergesundheit an – mit einem gemeinsamen 11-Punkte-Maßnahmenpaket von Krankenkasse, Kinderärztinnen und -ärzten und Politik zur Stärkung von Prävention, kindgerechter Versorgung und gesundheitsfördernden Rahmenbedingungen. Beide Entwicklungen gemeinsam machen deutlich: Wir brauchen dringend strukturierte und ressortübergreifende Maßnahmen, damit Kinder gesünder aufwachsen können.“
Als erste Krankenkasse in Sachsen-Anhalt hat die DAK-Gesundheit ambulante und stationäre Abrechnungsdaten von Kindern und Jugendlichen mit dem Fokus auf Angststörungen, Depressionen und Essstörungen für das Jahr 2024 ausgewertet. Für die aktuelle DAK-Sonderanalyse im Rahmen des Kinder- und Jugendreports untersuchten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von Vandage und der Universität Bielefeld Abrechnungsdaten von knapp 18.000 Kindern und Jugendlichen bis einschließlich 17 Jahren, die bei der DAK-Gesundheit in Sachsen-Anhalt versichert sind. Untersucht wurde das Zeitfenster von 2019 bis 2024 mit insgesamt rund 945.000 ambulanten Arzt- und Therapeutenbesuchen, Krankenhausaufenthalten und Arzneimittelverschreibungen. Der Fokus der Analyse lag auf der Altersspanne fünf bis 17 Jahre und insbesondere auf jugendlichen Mädchen.
Die DAK-Gesundheit ist mit 5,4 Millionen Versicherten die drittgrößte Krankenkasse Deutschlands und engagiert sich besonders für Kinder- und Jugendgesundheit. Insgesamt sind bei der Krankenkasse in Sachsen-Anhalt rund 114.000 Menschen versichert.
Freundliche Grüße Ann-Kathrin Wucherpfennig DAK-Gesundheit Unternehmenskommunikation/Public Relations Pressesprecherin Sachsen-Anhalt
Ellernstr. 40, 30175 Hannover Tel.: 0511 897499-1161 Handy: 0175 5192060 Fax: 040 33470-063125 ann-kathrin.wucherpfennig@dak.de www.dak.de www.dak.de/presse www.facebook.com/dakonline www.twitter.com/dakgesundheit www.instagram.com/dakgesundheit www.youtube.com/dakgesundheit www.pinterest.com/dakgesundheit