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Mitteldeutsche Zeitung: Arbeitsmarkt Wirtschaftsminister Haseloff: Agenturchef Senius redet Unsinn

Halle (ots) - Streit um prekäre Arbeitsverhältnisse: Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Reiner Haseloff (CDU) bezeichnet die Aussage des Chefs der Landesarbeitsagentur, Kay Senius, dass die reguläre Vollzeitstelle die Ausnahme wird, als "Unsinn." Dies berichtet die in Halle erscheinende Mitteldeutsche Zeitung (Mittwochausgabe). Der Minister bezweifelt, dass die von der Agentur für Arbeit erhobenen Zahlen repräsentativ für Sachsen-Anhalt sind. Senius hatte am Montag gesagt, dass mehr als die Hälfte der 2010 neu geschaffenen Stellen zeitlich befristet ist. Zudem gingen 30 bis 40 Prozent aller neuen Jobs auf das Konto der Zeitarbeit - die auch befristet sein können.

Laut Haseloff wird nur ein Drittel aller neuen Arbeitsplätze über die Arbeitsagenturen vermittelt. "Vor allem problematische Stellen wie in der Zeitarbeit werden häufig über die Agenturen vergeben." Zwei Drittel der neuen Stellen - vor allem für Hochqualifizierte - würden von den Firmen jedoch direkt besetzt. So gäbe es viele Initiativbewerbungen. "Das Gros der neuen Arbeitsplätze sind unbefristete, reguläre Vollzeitstellen", so Haseloff. Der Chef der Landesarbeitsagentur erwecke jedoch den Eindruck, dass in Sachsen-Anhalt nur noch prekäre Arbeitsplätze entstehen würden.

Senius hält die Zahlen der Agentur durchaus für aussagekräftig. Zudem habe eine repräsentative Befragung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung in Nürnberg zuletzt ergeben, dass 54 Prozent aller im Osten neu vergebenen Arbeitsstellen befristet seien. "Prekäre Arbeitsverhältnisse nehmen stark zu", so Senius.

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