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Lausitzer Rundschau: Zu Bundeswehr/Libanon-Einsatz: Auf dem Weg zur Normalität

Cottbus (ots)

Die Lausitzer Rundschau, Cottbus, zu
Bundeswehr/Libanon-Einsatz:
Dass nun bald deutsche Soldaten im Nahen Osten eingesetzt werden, 
erscheint 61 Jahre nach Hitler als Zäsur. In Wirklichkeit markiert 
dieser Einsatz nur die Normalität und Anerkennung, die wir durch 
unsere gefestigte Demokratie erreicht haben. Deutschland kann sich 
als wiedervereinigtes, voll souveränes Land nicht mehr drücken, wenn 
es schwierig wird.
Man hat selten ein alberneres Argument gehört, als das der 
Linkspartei: Deutschland hole sich mit seiner Beteiligung an 
"Kriegen" den Terror ins Land. Dahinter steckt die Vorstellung, wer 
den Kopf in den Sand stecke, bliebe verschont. Wir nehmen 
internationale Verantwortung wahr, weil wir ein bedeutender Teil der 
Welt sind und uns ihre Probleme direkt angehen. Man darf diese 
Verantwortung nicht auf das Militärische verengen. Wer der deutschen 
Regierung vorwirft, sie tue dies, verdreht die Tatsachen. Das 
deutsche Engagement auf den Gebieten der Diplomatie und der 
Entwicklungshilfe hält jedem Vergleich stand.
Im Libanon kommt zur internationalen Verantwortung die historische 
hinzu.
 Es ist absurd, die deutsche Schuld gegenüber den Juden nun 
umzudrehen und mit ihr zu begründen, dass ausgerechnet Deutschland 
Israel nicht helfen könne. Israelische Befindlichkeiten könnte Israel
haben, aber es hat sie nicht. Es wünscht den Einsatz, weil es 
Deutschland vertraut. Dann sollte auch die FDP nicht klüger sein 
wollen als Tel Aviv.
Umgekehrt argumentiert die Linkspartei. Sie hält Deutschland wegen 
seiner politischen Nähe zu Israel für nicht neutral genug. Aber schon
der Auftrag der Vereinten Nationen ist nicht neutral. Er zielt auf 
eine Wiederherstellung der Souveränität der libanesischen Regierung 
im ganzen Land. Er zielt somit auf die Hisbollah und ihre 
Entwaffnung. Erst dann kommen Friedensleistungen, die Israel zu 
erfüllen hat. Deutschland kann keine gleiche Distanz zu einem 
demokratischen Israel und zu einer Organisation haben, die Israels 
Existenz schlichtweg ablehnt. Die vor Terror nicht zurückschreckt. 
Keine demokratische Nation kann das. Wenn sie Anderes will, sollte 
die Linkspartei dies offen sagen.
Historische Verantwortung heißt jetzt, Israel dabei zu helfen, aus 
einem blutigen Konflikt herauszukommen, den die Hisbollah ausgelöst, 
und auf den Israel - wohl wahr - überhart reagiert hat. Es geht 
zuerst um die Stabilisierung des Waffenstillstands, dann um den 
Friedensprozess. In den letzten Jahren hat es schon schlechtere 
Begründungen für Militäreinsätze gegeben. Eine möglichst breite 
Zustimmung des Bundestages zu dieser Mission ist zu wünschen, denn 
sie ist in deutschem Interesse.

Rückfragen bitte an:

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Telefon: 0355/481231
Fax: 0355/481247
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