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Lausitzer Rundschau: Zu Wahlprognosen/Meinungsforscher:

    Cottbus (ots) - Die Lausitzer Rundschau, Cottbus, zu Wahlprognosen/Meinungsforscher:

    Man kennt das berühmte Orakel von Delphi. Das griechische Heiligtum zu Ehren des Gottes Apollon mit der sagenumwobenen Orakelpriesterin Pythia, deren Sprüche und Voraussagen einst vor großen politischen Entscheidungen eingeholt wurden. Und es ist kein Zufall, dass Elisabeth Noelle-Neumann, die langjährige Chefin von Deutschlands wohl bekanntestem Meinungsforschungsinstitut, Allensbach am Bodensee, den Spottnamen trug: die Pythia vom Bodensee. Zu griechischen Zeiten waren die Orakel-Fehlschüsse beachtlich, so, wie heute die Trefferquote bei Meinungsumfragen von der 100-Prozent- Marke weit entfernt ist. Bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein war ein eindeutiger Sieg von Rot-Grün vorausgesagt worden. Das Ergebnis kennen wir. Wochen später, bei der Wahl in Nordrhein- Westfalen hat es besser geklappt. Schwarz-Gelb war als großer Sieger prognostiziert – und gewann auch überlegen. Für die angepeilte Neuwahl zum Deutschen Bundestag am 18. September sagen alle Meinungsforscher einen überragenden Sieg von Union und FDP voraus und ein Desaster für die SPD. So wird es wohl kommen. Doch schon bei FDP, den Grünen und dem neuen Linksbündnis beginnen die Unschärfen von Voraussagen. Noch sind es nämlich gut drei Monate bis zur Wahl. Und wir wissen, dass nicht nur die traditionelle Bindungskraft der Parteien nachlässt, sondern viele Wähler sich buchstäblich erst in letzter Minute, nämlich in der Wahlkabine festlegen. Entscheidend ist obendrein noch die Wahlbeteiligung. So gesehen sind alle Prognosen zwar spannend, aber sie sind Augenblicksergebnisse und längst keine Gewissheiten. Entsprechend distanziert sollten wir also mit Meinungsumfragen zu Wahlen umgehen.


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