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Lausitzer Rundschau: Agieren statt reagieren Zur steigenden Arbeitsbelastung bei der Bundespolizei

Cottbus (ots) - Es ist eine Meldung, die nur kurz innehalten lässt. "Jeder vierte Bundespolizist leidet an Burnout." Das klingt schlimm, doch wer nicht selbst gerade bei einer Ermittlungsbehörde angestellt ist, wird vielleicht denken: "Was geht es mich an, wir haben unsere eigenen Sorgen." Dabei ist das Problem, mit dem die Grenzschützer sich in den vergangenen Jahren herumschlagen, symptomatisch für viele Bereiche in Wirtschaft und öffentlicher Hand. Denn wann immer in Betrieben oder Behörden ein Problem auftaucht, wird reagiert. Mal schnell, mal langsam, mal intelligent, mal kurzsichtig. Aber egal, wohin man schaut, es wird immer eben nur reagiert. Gehen irgendwo die Umsätze zurück, wird Personal entlassen und das Produkt billiger gemacht. Kann man Mitarbeitern nicht kündigen, versetzt man sie, um Engpässe in anderen Filialen oder Dienststellen zu stopfen. Ein Grenzbeamter, mit dem die RUNDSCHAU über seine Laufbahn sprach, berichtete kopfschüttelnd von der großen Überraschung, die in seinem Bereich herrschte, als die Grenzöffnung zu Polen und Tschechien anstand. "Niemand war vorbereitet auf eine Entwicklung, die doch seit Jahren planbar gewesen wäre." Doch dieses weitsichtige Planen scheint unüblich geworden zu sein in einer Zeit, in der nur noch die nächsten Quartalsabrechnungen zählen. Unternehmer wie Politiker richten ihr Handeln am schnell messbaren Erfolg aus. Zukunftsfähigkeit aber sieht anders aus. Sie würde verlangen, mit ruhigem Atem mittel- und langfristige Pläne zu erarbeiten - und auch in schwierigen Zeiten an vernünftigen Ideen festzuhalten. Agieren statt immer nur reagieren. Das würde das Leben leichter machen, nicht nur bei der Bundespolizei.

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