Deutscher Ethikrat

Mitteilung über die zweite gemeinsame Sitzung des Nationalen Ethikrates und der französischen Nationalen Beratungskommission für Ethikfragen am 28./29. Juni 2002 in Berlin

    Berlin (ots) - Der Nationale Ethikrat und die französische Nationale Beratungskommission für Ethikfragen Comité consultatif national d'éthique pour les sciences de la vie et de la santé (CCNE) sind am 28. Juni 2002 zu ihrer zweiten gemeinsamen Sitzung in Berlin zusammengekommen.          Bereits auf der ersten gemeinsamen Sitzung am 22. November 2001 in Paris hatten beide Gremien den Beschluss gefasst, die bilaterale Zusammenarbeit zu intensivieren und zu institutionalisieren.          Im Mittelpunkt der Beratungen stand nun erstmals ein gemeinsames Thema: Biobanken - biomedizinische, ethische und rechtliche Aspekte der Speicherung von Substanzen des menschlichen Körpers und genetischen Daten.          Die Frage des Umgangs mit Biobanken rückt zunehmend in das Blickfeld der öffentlichen Debatte - nicht nur in Deutschland:          Die Forschung hofft auf neue Ansätze für diagnostische und therapeutische Methoden. Die Gewinnung, Speicherung und Verwendung von Körpersubstanzen und genetischen Daten berührt jedoch in erheblichem Maße das Persönlichkeitsrecht des Patienten und Spenders, sein Recht auf Wissen bzw. Nicht-Wissen sowie auf psychische und physische Integrität. Die ökonomische Bedeutung von Biobanken wirft zudem die Frage auf, inwieweit das ethische Prinzip der Nichtkommerzialisierung des menschlichen Körpers aufrechterhalten werden kann.          Der Nationale Ethikrat und die französische Nationale Beratungskommission für Ethikfragen planen eine gemeinsame Stellungnahme zu diesem Thema.          Beide Kommissionen streben an, sich auch in Zukunft gemeinsam zu Fragen zu äußern, die sowohl in Deutschland als auch in Frankreich im Mittelpunkt der Beratungen stehen.        Über den Nationalen Ethikrat:

    Der Nationale Ethikrat hat die Aufgabe, den interdisziplinären
Diskurs von Naturwissenschaften, Medizin, Theologie und Philosophie,
Sozial- und Rechtswissenschaften zu bündeln. Er nimmt Stellung zu
ethischen Fragen neuer Entwicklungen in den Lebenswissenschaften
sowie zu deren Folgen für Individuum und Gesellschaft.
    
    
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