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12 Jahre Syrienkrieg: Die Kinder des vergessenen Krieges

12 Jahre Syrienkrieg: Die Kinder des vergessenen Krieges
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Vor zwölf Jahren begann der Bürgerkrieg in Syrien, und ein Ende ist nicht in Sicht. Der von Europa fast vergessene Krieg ist für Millionen von Menschen tagtäglich bittere Realität.

(Duisburg, 14.03.2023) Vor zwölf Jahren begann der Bürgerkrieg in Syrien, und ein Ende ist nicht in Sicht. Der von Europa fast vergessene Krieg ist für Millionen von Menschen tagtäglich bittere Realität: Schätzungsweise 20 Millionen Betroffene sind immer noch auf humanitäre Hilfe angewiesen. Millionen Mädchen und Jungen, die in Nachbarländer geflohen sind, kennen ihre Heimat nicht, haben keinen geregelten Zugang zu Bildung und medizinischer Versorgung. Das Erdbeben im Nordwesten des Landes hat die Situation noch einmal verschärft, und die Kampfhandlungen dauern an.

Die Leidtragenden sind Familien wie die der 19-jährigen Jana. Mit zehn Jahren flüchtete sie mit ihrer Familie in den Libanon. „Vor dem Krieg war ich ein glückliches Kind und hatte viele Freundinnen und Freunde in der Grundschule“, erinnert sie sich. Das Trauma der Familie ist enorm, und der gebeutelte libanesische Staat kann kaum Unterstützung leisten. Wenigstens kann Jana seit 2016 wieder eine Schule besuchen, fast zwei Jahre nach der Flucht. „Sie haben mich in die sechste Klasse gesteckt, obwohl ich eigentlich schon in die achte Klasse hätte gehen sollen. Das war sehr schwer für mich“, gibt die junge Syrerin zu.

Auch die restlichen Familienmitglieder leiden unter der Situation. Janas Vater kann wegen des Kriegstraumas nicht mehr arbeiten, und psychologische Hilfe ist nur schwer zugänglich. Erschwerend kommt hinzu, dass es für Syrerinnen und Syrer kaum Arbeit im Libanon gibt. Das Land leidet schwer unter der aktuellen Wirtschaftskrise. Dennoch hat der Staat laut UNHCR rund 815.000 Geflüchtete aufgenommen, davon mehr als 440.000 Kinder und Jugendliche.

In Syrien hat sich die Lage nach dem Erdbeben dramatisch verschärft. „Wir dürfen die Menschen dort und die vielen Geflüchteten nicht vergessen“, appelliert Katrin Weidemann angesichts der fehlenden öffentlichen Aufmerksamkeit für diesen andauernden Krieg. „Es kann nicht sein, dass hilfsbedürftige Menschen, dass Familien mit Kindern zur politischen Verhandlungsmasse werden und wichtige humanitäre Hilfe nicht bei den Menschen ankommen kann“, mahnt Weidemann und weiter: „Nach zwölf Jahren Krieg kennen viele syrische Kinder und Jugendliche nur noch Krieg und Flucht. So viele haben ihre Kindheit verloren. Sie brauchen unsere Unterstützung, um ihre Potenziale voll ausschöpfen zu können und ein Leben in Frieden zu führen.“

Jana will ihre Chance nutzen. Der Zugang zur Hochschule ist für sie zwar extrem schwierig, dennoch ist sie entschlossen, Architektur zu studieren, um später einen Beitrag zum Wiederaufbau zu leisten.

Die Kindernothilfe engagiert sich seit 2013 im Libanon, um syrischen Kindern und benachteiligten libanesischen Kindern eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Über die Zusammenarbeit mit acht Partnerorganisationen erreicht die Kinderrechtsorganisation gegenwärtig mehr als 4.000 Mädchen und Jungen. Im Mittelpunkt stehen Bildungsprojekte und Maßnahmen zur Stärkung der Familien. Zudem wird psychosoziale Unterstützung für traumatisierte Kinder angeboten. Um nachhaltige Veränderungen zu erreichen, setzt sich die Kindernothilfe zudem bei relevanten politischen Entscheidungstragenden für die Rechte der Kinder ein.

Kontakt:

Kindernothilfe:
Martin Bondzio, stellv. Pressesprecher 
 Martin.Bondzio@kindernothilfe.de
0203 7789 242
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