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Stuttgarter Nachrichten: Datenschutzbeauftragter Schaar: Erfolgskontrolle für Telefonüberwachung - "Gefährlicher Trend zu mehr Kontrolle durch Politik und Wirtschaft“

Stuttgart (ots)

Stuttgart – Am Tag vor der Beratung des
Bundestags über die Neuregelung der präventiven Telefonüberwachung
verlangt der Bundesbeauftragte für den Datenschutz, Peter Schaar,
eine Erfolgskontrolle dieser Maßnahmen. Den Stuttgarter Nachrichten
sagte Schaar: „Der Gesetzgeber sollte vorschreiben, dass jede
Telefonüberwachung einzelfallbezogen zu begründen und zu bewilligen
ist. Wir brauchen wir eine Erfolgskontrolle.“ 1995 seien rund 4700
Anordnungen zur Telefonüberwachung erlassen worden, 2002 waren es 21
800, ein Jahr später 24 400. Das entspricht in weniger als zehn
Jahren einer Steigerung von 400 Prozent. Schaar: „Ich habe den
Eindruck, dass die Telefonüberwachung in bestimmten Deliktbereichen
zur Standardmaßnahme geworden sind. Und ich bezweifle, dass mit der
gebotenen Sorgfalt geprüft wird, ob die Telefonüberwachung im
Einzelfall wirklich erforderlich ist.“
Zudem kritisierte Schaar, dass Politik und Wirtschaft unter dem
Vorwand erhöhter Terrorgefahr zu viel kontrollierten: „Das, was wir
heute als Sicherheitsrisiken wahrnehmen, erklärt die Entwicklung zu
mehr Kontrolle und Überwachung nur zu einem gewissen Teil. Es gibt
grundsätzlich einen Trend, Risiken und Gefahren durch mehr
Überwachung beizukommen. Und diesen Trend halte ich für gefährlich.“
Neben den klassischen Sicherheitsbehörden hätten weitere Behörden
Zugriff auf unterschiedlichste Daten – nicht nur auf die potenzieller
Terroristen, sondern auch auf die eines Durchschnittsbürgers. „Mit
dem Gesetz zur Förderung der Steuerehrlichkeit beispielsweise können
Finanzbehörden und andere Stellen unter Umständen Stammdaten von
Bankkunden abrufen. Es ist unklar, welche Behörden die
Abfrageberechtigung zu welchem Zweck erhalten – und ob die Kunden
davon Kenntnis erlangen. Das halte ich für bedenklich.“ Die
Wirtschaft sollte sich trauen, „gewisse Risiken zu Gunsten eines
gleichberechtigten und gerechten Umgangs mit ihren Kunden zu
akzeptieren“. Er halte es für zwingend, dass die Unternehmen
transparent handeln und ihre Kunden über Umfang und Zweck der
Datenerhebung und deren Nutzung informieren.
Die Veröffentlichung ist mit Verweis auf die Quelle „Stuttgarter
Nachrichten“ frei.
Mit kollegialen Grüßen
Ihre Politikredaktion
ots-Originaltext: Stuttgarter Nachrichten
Digitale Pressemappe:
http://www.presseportal.de/story.htx?firmaid=39937

Rückfragen bitte an:

Stuttgarter Nachrichten
Redaktion
Joachim Volk
Telefon: 07 11 / 72 05 - 7120
Email: cvd@stn.zgs.de
Homepage: http://www.stuttgarter-nachrichten.de

Original-Content von: Stuttgarter Nachrichten, übermittelt durch news aktuell

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