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IGES-Studie dokumentiert Bedeutung innovativer Medikamente
Yzer: Ausgrenzung von Arzneimittelinnovationen hat zu massiven Qualitätsmängeln im deutschen Gesundheitssystem geführt

Der deutliche Rückgang der Aids-Neuerkrankungen in Deutschland - wie auch in den meisten Industrieländern - seit 1995 ist in erster Linie auf die verbesserten Behandlungsmöglichkeiten durch innovative Arzneimittel zurückzuführen. Darüber hinaus neuen Medikamente haben in Deutschland die Zahl der... mehr

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    Berlin (ots) - "Innovative Arzneimittel bringen großen Nutzen für
den Patienten und für das Gesundheitssystem. Umso unverständlicher
ist es, dass in unserem Land auf patentgeschützte Innovationen nur
ein Anteil von 24 Prozent der Ausgaben für Arzneimittel entfällt und
Deutschland damit im europäischen Vergleich zu den Schlusslichtern
zählt. Statt den Einsatz moderner Arzneimittel zu forcieren, werden
immer neue Innovationshürden diskutiert." Dies kritisierte die
Hauptgeschäftsführerin des Verbandes Forschender
Arzneimittelhersteller (VFA), Cornelia Yzer, heute in Berlin bei der
Vorstellung der Studie "Die Bedeutung von innovativen Arzneimitteln
für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland" des Instituts für
Gesundheits- und Sozialforschung GmbH Berlin (IGES).
    
    Den Beitrag der medikamentösen Therapie für die Gesundheit der
Bevölkerung in Deutschland haben Wissenschaftler des IGES-Instituts
an-hand von elf Erkrankungen umfangreich dokumentiert. "Bei ihnen
zeigt sich, dass innovative Arzneimittel die medizinische Behandlung
verbes-sern beziehungsweise überhaupt erst ermöglichen", unterstrich
IGES-Geschäftsführer Dr. Bertram Häussler.
    
    "Die Bedeutung von Innovationen lässt sich an einer ganzen Reihe
von Beispielen aufzeigen", sagte Häussler. "Innovative Arzneimittel
können Überlebenschancen verbessern", verwies er auf die heutigen
Behand-lungsmöglichkeiten von Leukämien bei Kindern. Noch in den 50er
Jahren war die Leukämie nicht heilbar. Heute können von den 600 pro
Jahr neu erkrankten Kindern fast 400 geheilt werden. "Moderne
Arzneimittel sind hier die Lebensretter", stellte Häussler fest. Bei
Migräne - von der etwa zehn Prozent der Bevölkerung betroffen sind -
seien neue Thera-piekonzepte besser wirksam und verträglicher. Sie
führten dazu, dass die Lebensqualität von Patienten deutlich
gesteigert werde und so auch Produktivitätsausfälle am Arbeitsplatz
vermindert würden.
    
    Durch Innovationen könnten ebenfalls die Häufigkeit und Schwere
bestimmter Erkrankungen beeinflusst werden - zum Beispiel bei
Multipler Sklerose. Zudem werde das Eintreten der Behinderung
ebenfalls hinausgezögert. Häussler: "Neue Erkenntnisse über die
zugrunde liegenden Krankheitsmechanismen werden helfen, künftig
weitere spezifische Mittel gegen die Multiple Sklerose zur Verfügung
zu stellen." Bei  moder-nen Antidepressiva hätten neue
Forschungsergebnisse dazu geführt, das Nebenwirkungsprofil zu
verbessern.
    
    Mit Blick auf die Behandlung einer besonders aggressiven Form des
Brustkrebses betonte der IGES-Geschäftsführer: "Innovative
Arzneimittel lassen eine individualisierte Therapie zu. Bei über 70
Prozent der betroffenen Frauen könne heute brusterhaltend operiert
werden, auch weil es gelungen sei, sehr große Tumore vor der
Operation durch Zytostatika zu verkleinern. Und am Beispiel
Organtransplantationen verwies Häussler darauf, dass es erst der
Einsatz immunsupprimierender Arz-neimittel ermöglicht habe, dass
lebensrettende Organe an fremde Empfänger gespendet werden können.
Sein Fazit: "Durch Arzneimittelinno-vationen sind deutliche Zugewinne
für die Gesundheit der Bevölkerung zu erzielen."
    
    "In der aktuellen Diskussion über Arzneimittelausgaben wird dieser
Nutzen von Arzneimittelinnovationen ausgeblendet. Statt einer
notwendigen Qualitätsoffensive werden Kostendämpfungsmaßnahmen
gestartet", erklärte die VFA-Hauptgeschäftsführerin.
Arzneimittelinnovationen seien einer latenten Diskriminierung
ausgesetzt.
    
    Die im vorigen Jahr abgeschafften Arzneimittelbudgets hätten über
Jahre hinweg zu einer dramatisch zunehmenden Rationierung von
Leistungen und zu einer Unterversorgung der Patienten mit innovativen
Arzneimitteln in vielen Indikationsgebieten beigetragen. Doch die
nunmehr anstelle der Budgets abgeschlossenen regionalen
Zielvereinbarungen zwischen Krankenkassen und Kassenärztlichen
Vereinigungen muten nach Yzers Einschätzung wie "Budgets in neuen
Kleidern" an. Statt qualitative Versorgungsziele in den Mittelpunkt
zu stellen, stünden in den meisten Fällen reine Kostendämpfungsziele
im Mittelpunkt dieser Vereinbarungen.
    
    Die VFA-Hauptgeschäftsführerin attestierte den Ärzten, dass sie
unter den vorhandenen Rahmenbedingungen kostenbewusst und rational
verordneten. Sie  bestätigte, dass der Anstieg bei den
Arzneimittelausgaben der vergangenen Monate in erster Linie auf den
Nachholbedarf bei innovativen Therapien zurückzuführen sei. Yzer:
"Wer den Ausgabenanstieg für Arzneimittel pauschal kritisiert,
kritisiert letztlich auch die bessere Versorgung von Patienten bei
Krebs, Aids und anderen lebensbedrohlichen Krankheiten. Wer moderne
Therapien will, wird sich auf einen wachsenden Anteil der
Arzneimittelausgaben an den Gesundheitsausgaben einstellen müssen."
Gleichzeitig werde damit jedoch eine Effizienzsteigerung im
Gesundheitswesen insgesamt einhergehen, da moderne Therapien
beispielsweise Klinikaufenthalte reduzieren oder gänzlich überflüssig
machen könnten.
        
    Die komplette IGES-Studie  kann unter www.vfa.de/innovationsstudie
heruntergeladen werden.
    
    
ots Originaltext: VFA Verband Forschender Arzneimittelhersteller
Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de


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