Zum Tag des Artenschutzes am 3. März
Gefährliche Heimkehr: Schreiadler sind durch illegale Greifvogeljagd bedroht
Hamburg (ots)
Schreiadler sind Weltenbummler – und leben damit hochgefährlich. Als Thermiksegler können sie nur über Land ziehen. Auf ihrem Rückflug aus Afrika müssen sie daher das Mittelmeer östlich umfliegen und den Nahen Osten überqueren, wo ihnen der Abschuss durch illegale Greifvogeljagd droht. Die Täter haben es auf Federn, Schnäbel oder Krallen als Trophäen abgesehen – und auf den vermeintlichen Ruhm, den es dort mit sich bringt, wenn man diese imposanten Tiere erlegt hat. Die sozialen Medien bieten die Plattformen, um mit den Taten prahlen zu können.
Der Internationale Tag des Artenschutzes am 3. März fällt passenderweise in die Zeit, in der die Greifvögel diese gefährliche Route zurücklegen. Denn der Widerspruch zwischen den Abschüssen im Nahen Osten und den Schutzmaßnahmen in Europa zeigt, dass Artenschutz eine globale Herausforderung ist, erst recht bei wandernden Arten wie Zugvögeln.
Daher setzt sich die Deutsche Wildtier Stiftung für einen globalen Greifvogelschutz ein. Sie sensibilisiert international tätige Jagd- und Artenschutzorganisationen für die Problematik und vermittelt Kontakte zum Sekretariat der „Bonner Konvention“ – dem UN-Übereinkommen zur Erhaltung wandernder Tierarten mit Sitz in Bonn. Grenzübergreifende Regeln sind die Basis dafür, dass illegale Jagd auch im Ausland geahndet und bestraft werden kann. Parallel dazu versuchen Artenschützer in den Flugkorridoren am Mittelmeer durch ihre Präsenz vor Ort illegale Abschüsse zu verhindern.
Auch hierzulande engagieren sich Artenschützer der Deutschen Wildtier Stiftung für ein Überleben der Adler. Seit Sommer 2024 arbeitet sie im Nationalen Artenhilfsprogramm „Gemeinsam für den Schreiadler“ mit der NABU-Stiftung Nationales Naturerbe und der Stiftung Umwelt- und Naturschutz MV zusammen. Bei nur noch knapp 140 Brutpaaren in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg zählt jedes Individuum. „Schreiadler beginnen erst im Alter von etwa fünf Jahren zu brüten und ziehen meist nur ein Küken pro Jahr groß. Darum ist es wichtig, dass möglichst viele Altvögel überleben und lange für Nachwuchs sorgen können“, sagt Christiane Röttger, Koordinatorin des Nationalen Artenhilfsprogramms. Das Programm läuft bis 2028 und wird mit rund neun Millionen Euro vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) gefördert.
Die Investitionen fließen vor allem in die Gestaltung der Landschaft: „Ziel ist, dass die Rückkehrer bei ihrer Ankunft im April intakte Horste in störungsarmen Wäldern und ein reiches Nahrungsangebot vorfinden“, sagt Röttger. Rund 50 Horstbetreuer sind jetzt im Einsatz, um die Lebensräume der Greifvögel zu sichern und ihnen eine möglichst ruhige Brutperiode zu ermöglichen. Dabei sind vor allem extensiv bewirtschaftete Wiesen, feuchte Senken und renaturierte Kleingewässer entscheidend, denn dort leben Feldmäuse und Frösche – die Hauptbeute der Adler. Außerdem beraten die Experten Landwirte, wie sie ihre Flächen schreiadlerfreundlich bewirtschaften können, etwa durch regelmäßiges Mähen ihrer Flächen, da Schreiadler ihre Beute zu Fuß auf dem Boden jagen.
Die Hoffnung der Artenschützer ist groß: „ Die Horstbetreuer haben im letzten Jahr 60 Schreiadler beringt. Wir sind zuversichtlich, dass alle Vögel wohlbehalten zurückkehren“, sagt Röttger. „Sobald sie zur Brut schreiten, ist wieder ein kleiner, wichtiger Meilenstein erreicht.“
Über Satelliten-Telemetrie lässt sich der Zug der Schreiadler fast in Echtzeit verfolgen.
Hier geht es zum Schreiadler-Steckbrief.
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