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04.04.2005 – 09:01

Bundesgeschäftsstelle Landesbausparkassen (LBS)

2030 Deutschland mit mehr Einwohnern als heute
Prognosen seit 1992 um 13,7 Millionen Einwohner nach oben korrigiert
Demografen unterschätzen die tatsächliche Entwicklung immer wieder

2030 Deutschland mit mehr Einwohnern als heute / Prognosen seit 1992 um 13,7 Millionen Einwohner nach oben korrigiert / Demografen unterschätzen die tatsächliche Entwicklung immer wieder
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    Berlin (ots)

    - Querverweis: Grafik wird über obs versandt und ist unter
        http://www.presseportal.de/galerie.htx?type=ogs abrufbar -

    - Steigende Lebenserwartung wichtigster Faktor

      Negative Bevölkerungsprognosen prägen seit vielen Jahren die
politischen Debatten in Deutschland. Kaum jemand nimmt zur Kenntnis,
dass die Vorhersagen ständig nach oben korrigiert werden. Wie LBS
Research mitteilt, hatten die statistischen Ämter von Bund und
Ländern noch im Jahre 1992 für 2030 in Deutschland einen
Bevölkerungsrückgang auf 69,9 Millionen Menschen vorhergesagt.
Mittlerweile geht das DIW selbst in seiner pessimistischsten Prognose
davon aus, dass die Bevölkerung im Jahre 2030 mit 83,6 Millionen
Einwohnern um gut 1 Million über dem aktuellen Bestand liegt (vgl.
Grafik).

    Die LBS-Experten haben in ihre Übersicht ausschließlich Prognosen aus der Zeit nach der deutschen Einheit sowie dem Fall des eisernen Vorhangs einbezogen. Die damit verbundenen Wanderungen waren nämlich schon 1992 im Prinzip bekannt. Wenn sich auch die beiden jüngsten Prognosen von 2003 und 2004 deutlich unterscheiden, so liegt das nach Auskunft von LBS Research weniger an unterschiedlichen Annahmen über die Zuwanderung. Sie liegt in beiden Fällen bei gut 200.000 Menschen pro Jahr. Vielmehr berücksichtigt das DIW aktuellere Informationen über die Steigerung der Lebenserwartung.

    Der Vergleich zeigt, dass seit Anfang der 90er Jahre von den Demografen deutliche Veränderungen vollzogen wurden: Unter dem Eindruck des Ausmaßes der Zuwanderung zu Beginn der 90er Jahre, die auch die weiteren Prognosen beeinflusste, wurde bereits die 8. koordinierte Vorausberechnung der statistischen Ämter 1994 deutlich nach oben verändert. Dies haben die Prognosen in der 9. Berechnung teilweise wieder korrigiert. Deshalb war das Ergebnis für 2030 nur geringfügig höher. Erst nach dem Jahrtausendwechsel haben sich die Demografen endgültig von negativen Prognosen verabschiedet.

    Wie LBS Research ergänzend mitteilt, liegt das DIW selbst bei zurückhaltenden Annahmen für 2030 über dem aktuellen Stand von 82,5 Millionen Einwohnern zur Jahreswende 2004/2005. Bei höheren Annahmen über die Nettozuwanderung sowie bei einem unterstellten konstanten Anstieg der Lebenserwartung wird für 2030 sogar eine Bevölkerung von 85,2 Millionen prognostiziert. Unter diesen Voraussetzungen nimmt laut DIW die Bevölkerung bis 2050 mit 83,1 Millionen zwar wieder etwas ab, liegt damit aber auch bis zur Mitte des Jahrhunderts noch über dem heutigen Stand.

    Nach Auffassung der LBS-Experten erweisen sich vor diesem Hintergrund manche wohnungs- und städtebaupolitischen Debatten als völlig falsch. Zumindest für Deutschland insgesamt stehe ein Bevölkerungsrückgang keineswegs unmittelbar bevor. Besonders fraglich sei es, wenn die aktuelle Schwäche der Wohnungsbaukonjunktur von der Politik bereits auf demografische Faktoren zurückgeführt wird. Hinzu komme für die Perspektiven des Wohnungsmarktes, dass wegen des anhaltenden Trends zu kleineren Haushalten deren Zahl noch über längere Zeit weiter wachsen werde. Allein in den letzten acht Jahren sind im Schnitt über 200.000 Haushalte pro Jahr hinzugekommen. Nach den Prognosen wird ihre Zahl noch mindestens bis 2020 weiter ansteigen, und zwar insgesamt um fast 2 Millionen.

    Selbstverständlich ist laut LBS Research bei den Bevölkerungsprognosen regional zu differenzieren. Angesicht unterschiedlicher Entwicklungstendenzen in verschiedenen Räumen Deutschlands komme es für Bau- und Investitionsentscheidungen mehr denn je auf die Standorte an. Klar sei aber auf jeden Fall, dass manchen Regionen mit Bevölkerungsrückgängen auf der anderen Seite auch zumindest in gleichem Umfang Wachstumsregionen gegenüberstünden. Denn sonst sei per saldo ein Bevölkerungszuwachs mathematisch unmöglich. Diese unterschiedliche Situation führe aber sogar eher zu höherem Wohnungsbaubedarf. Denn Arbeits- und Wohnungssuchende in Wachstumsregionen könnten schwerlich darauf verwiesen werden, dass in anderen Gegenden der Republik immer mehr Wohnungen leer stehen.

    Nach Einschätzung der LBS-Experten ist die hier dokumentierte Entwicklung der Bevölkerungsprognosen für 2030 im Prinzip nichts Neues. Denn im Rückblick zeige sich, dass die tatsächliche Bevölkerungsentwicklung stets oberhalb der Prognosen gelegen habe. Diese wichtige Botschaft dürfe daher nie vergessen werden, weder von der Politik noch von den Akteuren auf dem Markt. Sonst würden Fehlentwicklungen mit Angebotsengpässen sträflich spät wahrgenommen.

Pressekontakt:

Ivonn Kappel Bundesgeschäftsstelle Landesbausparkassen Referat Presse Tel.: 030-20225-5398 Fax:  030-20225-5395 E-Mail: ivonn.kappel@dsgv.de

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