Mehr als eine Woche nach den Überschwemmungen in Nepal: Tausende Kinder haben keinen Zugang zu sauberem Wasser und das Krankheitsrisiko steigt | UNICEF
Mehr als eine Woche nach den Überschwemmungen in Nepal: Tausende Kinder haben keinen Zugang zu sauberem Wasser und das Krankheitsrisiko steigt
Kathmandu/Köln, den 3. September 2026
Mehr als eine Woche nach den Sturzfluten im Flussgebiet von Bhotekoshi und Trishuli in Nepal benötigen laut UNICEF mindestens 22.000 Kinder dringend Trinkwasser, sowie Sanitärversorgung und Hygienehilfen.
In den betroffenen Distrikten sind die Wasserversorgungssysteme – von kommunalen Anlagen bis hin zu größeren Netzen – beschädigt worden. Sanitäre Einrichtungen wurden beschädigt oder zerstört. Gleichzeitig sind Familien in Gastfamilien und Notunterkünften auf engem Raum untergebracht. Dadurch steigt das Risiko, dass durch verunreinigtes Wasser übertragene und ansteckende Krankheiten ausbrechen.
„Jede Mutter und jeder Vater in diesen Distrikten fragt sich nun mehrmals täglich“, sagte Alice Akunga, UNICEF-Vertreterin in Nepal. „Wo kann ich Wasser bekommen, und ist es sicher, wenn ich es meinem Kind gebe? Wenn Wasserversorgungssysteme und Toiletten beschädigt oder zerstört sind und sich Dutzende Menschen denselben Raum teilen, stehen Familien vor enormen Herausforderungen, sichere Hygienemaßnahmen aufrechtzuerhalten. Das Risiko wasserübertragener Krankheiten steigt unter diesen Bedingungen rapide an, ist aber vermeidbar. Deshalb gehört es derzeit zu unseren obersten Prioritäten, den Zugang zu sicherem Wasser, sanitären Einrichtungen und Hygiene sicherzustellen.“
UNICEF hat wichtige Hilfsgüter für die Wasserversorgung, Sanitärversorgung und Hygiene für rund 19.000 Menschen in Rasuwa und Nuwakot bereitgestellt. Dazu gehören mehr als 3.800 Hygienesets, 3.300 zusammenklappbare 10-Liter-Kanister, 3.500 Eimer, 3.500 1-Liter-Becher, 4.000 Flaschen mit Wasseraufbereitungslösung und mehr als 1.000 Planen.
UNICEF arbeitet mit staatlichen Stellen und Partnern in den Bereichen Krankheitsüberwachung, Hygieneförderung und Ausbruchsprävention zusammen. Dabei werden Informationen zu sicheren Hygienemaßnahmen, zum Umgang mit Wasser und zur Wasseraufbereitung im Haushalt über SMS, Radio, soziale Medien und kommunale Netzwerke verbreitet. Mobilfunknutzer*innen können auf geprüfte Hinweise zugreifen, ohne dass Datengebühren anfallen, und ein Netzwerk aus mehr als 600 Fachkräften sorgt dafür, dass die Informationen die betroffenen Gemeinden erreichen.
Sobald sich der Zugang zu den betroffenen Gebieten verbessert, wird UNICEF die Notfall-Wasserversorgung, Wasseraufbereitung in Haushalten, Überwachung der Wasserqualität, provisorische Sanitäranlagen und Möglichkeiten, die Hände zu waschen sowie die Versorgung mit grundlegenden Hygieneartikeln und Menstruationshygieneartikeln in den Gemeinden und Notunterkünften ausweiten.
„Den Zugang der Gemeinden zu sicherem Wasser und sanitären Einrichtungen wiederherzustellen ist keine Aufgabe, die sich in einer Woche umsetzen lässt“, sagte Alice Akunga. „Wir können heute Produkte zur Wasseraufbereitung und Notfallhilfsgüter bereitstellen – und das tun wir auch. Aber beschädigte Wasserversorgungssysteme, Rohrleitungen, Pumpen, Toiletten und andere sanitäre Infrastrukturen müssen ebenfalls repariert und wieder aufgebaut werden. Und sie müssen so wieder aufgebaut werden, dass sie künftigen Überschwemmungen standhalten und nicht lediglich in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzwerden. Wir müssen die Gemeinden sicherer und widerstandsfähiger machen. Andernfalls werden wir nach der nächsten Katastrophe wieder dieselbe Diskussion führen – und wieder werden die Kinder den Preis dafür zahlen.“
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Über UNICEF: Hilfe für Kinder seit 80 Jahren
Das UN-Kinderhilfswerk wurde vor 80 Jahren am 11. Dezember 1946 ins Leben gerufen, um Kindern im vom Zweiten Weltkrieg zerstörten Europa zu helfen. Heute setzt sich UNICEF weltweit in über 190 Ländern für die Umsetzung der Rechte aller Kinder ein. Von der schnellen Nothilfe bis zu langfristigen Programmen hilft UNICEF, dass Mädchen und Jungen überall auf der Welt gesund und geschützt groß werden und ihre Fähigkeiten voll entfalten können.
Das Deutsche Komitee für UNICEF mit Sitz in Köln wurde 1953 als Verein gegründet und ist heute eine der wichtigsten Stützen der weltweiten UNICEF-Arbeit. In ganz Deutschland sind rund 7.000 ehrenamtliche Erwachsene und Jugendliche für UNICEF aktiv. Mit Programmen und politischer Arbeit trägt UNICEF Deutschland auch hierzulande zu einem besseren Verständnis der Rechte und der Belange von Kindern bei. Weitere Informationen: www.unicef.de.
Pressekontakt: UNICEF Deutschland, Katja Sodomann, Sprecherin, 0221-93650-551, presse@unicef.de
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