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Polizeischlag gegen Digital-Piraten: mehr als 8.000 illegale SmartCards sichergestellt
Über 50 Hausdurchsuchungen / Unterstützung durch neue Task Force "E-Security"

    München (ots) - Die Polizei hat in den vergangenen Tagen in
mehreren deutschen Städten Wohnungen und Geschäfte wegen des
Verdachts auf Computerbetrug und Hehlerei durchsucht. Die
Ermittlungen standen in engem Zusammenhang mit dem illegalen Vertrieb
und Gebrauch von SmartCards. SmartCards sind der Schlüssel zu
Abo-TV-Angeboten wie dem des Münchner Senders PREMIERE WORLD. Mehr
als 8.000 illegale Karten wurden sichergestellt. Darüber hinaus
beschlagnahmte die Polizei zahlreiche Computer, Kartenlesegeräte und
gestohlene Digital-Decoder. Die Aktionen konzentrierten sich auf
Hamburg, das Ruhrgebiet und Bayern.
    
    Unterstützt wurden Polizei und Staatsanwaltschaft bei der
Vorbereitung durch Mitarbeiter von PREMIERE WORLD und der neuen Task
Force "E-Security" der KirchGruppe. Die Task Force "E-Security" ist
zuständig für alle operativen Maßnahmen des Medienkonzerns gegen die
SmartCard-Piraterie. Sie ermittelt eigenständig, unterstützt Polizei
und Staatsanwaltschaft bei ihrer Arbeit und erstattet in vielen
Fällen Anzeige im Namen von PREMIERE WORLD und anderen europäischen
Abo-TV-Anbietern. Außerdem analysiert sie die technische Sicherheit
eingesetzter Verschlüsselungssysteme und beobachtet die Hacker- und
Dealer-Szene. "Aufgrund der komplexen Materie sind wir ein
interdisziplinäres Team, in dem vom Techniker bis zum Juristen Hand
in Hand gearbeitet wird", beschreibt Andreas Rudloff, einer der
leitenden Mitarbeiter der "E-Security", die Arbeitsweise der im
Sommer gegründeten Task Force. "Bereits seit mehreren Jahren pflegen
wir intensive Kontakte zu den Ermittlungsbehörden. Das kommt der
neuen ‚E-Security' zu Gute." Die umfassende Aufklärungsarbeit der
Vergangenheit zahle sich jetzt aus. "Wir haben es mit neuer
Technologie und neuen Formen der Kriminalität zu tun, auf die sich
auch Polizei und Staatsanwaltschaft einstellen mußten", sagt Rudloff.
Die Täterprofile seien dagegen durchaus vergleichbar mit anderen
Kriminalitätsfeldern. Das erleichtere die Arbeit. "SmartCard-Dealer
sind oft bekannte Hehler." In vielen Fällen ermittle die Polizei
eigentlich wegen Drogenhandels oder anderer Delikte und stelle dabei
manipulierte SmartCards oder gestohlene Digital-Decoder sicher.
"Früher blieben solche Zufallsfunde häufig unbeachtet, heute wird
systematisch ermittelt." Derzeit laufen laut Rudloff bundesweit über
300 Verfahren.
    
    "Die Polizeiaktionen gehören zu den bislang umfassendsten Schlägen
gegen Hacker und insbesondere Karten-Dealer in Deutschland", bewertet
Hans Seger, Produktgeschäftsführer von PREMIERE WORLD, die jüngsten
Ermittlungen. "Der Staat setzt ein deutliches Zeichen. Jedem muss
klar sein, dass es sich beim Kartenmissbrauch nicht um
Kavaliersdelikte handelt, die einfach hingenommen werden. Wer
PREMIERE WORLD schwarz empfängt, macht sich strafbar. Die Zeit der
Verniedlichungen ist vorbei." Durch Kartenmissbrauch entstünden bei
Abo-TV-Anbietern europaweit Verluste von mehreren hundert Millionen
Mark pro Jahr. "Das bedroht eines der wichtigsten Zukunftsfelder im
Medienbereich", sagt Seger. "Auch im Interesse unserer zahlenden
Zuschauer gehen wir ohne Ausnahme gegen Schwarzseher vor. Dabei
richten wir unser Hauptaugenmerk natürlich auf die Dealer, die mit
illegalen Karten handeln."
    
    In den vergangenen Monaten hat PREMIERE WORLD die Aktivitäten
gegen Piraterie deutlich verstärkt. So verändert der Sender in
unregelmäßigen Abständen seinen Verschlüsselungscode, zuletzt während
des UEFA-Champions-League-Spiels Bayern München gegen Manchester
United am 20. November 2001. Der Abonnent, der für das
Programmangebot regulär zahlt, bekommt vom Schlüsselwechsel nichts
mit. Der Schwarzseher dagegen, der die SmartCard selber manipuliert
oder von einem Dealer gekauft hat, sieht danach nichts mehr, weil
seine SmartCard den neuen Schlüssel nicht erhält und die Bildsignale
nicht decodieren kann. "Wir verderben damit den Karten-Dealern
langfristig das Geschäft", so Seger. Die meisten Schwarzseher
besorgen sich ihre Karten bei Hackern oder Karten-Dealern. Decoder
mit manipulierter Karte kosten bis zu 1000 Mark. Bei
Schlüsselwechseln müssen die Schwarzseher erneut zahlen. "Dafür
bekommen sie dann keinen Service, keine Garantie und keines der
zahlreichen Extras, die es für unsere Abonnenten gibt. Das Einzige,
was sie für ihr Geld bekommen, ist die Gewissheit, sich strafbar zu
machen."
    
    Herstellung und Vertrieb gefälschter SmartCards erfüllen mehrere
Tatbestände des Strafgesetzbuches (StGB) und des Gesetzes gegen den
unlauteren Wettbewerb (UWG). In der Herstellung ist ein Verrat von
Geschäfts- und Betriebsgeheimnissen (§ 17 UWG), ein Ausspähen von
Daten (§ 202a StGB) und die Fälschung beweiserheblicher Daten (§ 269
StGB) zu sehen. Die Nutzung derartiger Karten ist als Computerbetrug
(§ 263a StGB) strafbar. Das Strafmaß reicht bei diesen Delikten bis
zu einer Freiheitsstrafe von zehn Jahren.
    
ots Originaltext: PREMIERE MEDIEN
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