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19.09.2017 – 14:15

VDA Verband der Automobilindustrie e.V.

Gabriel auf der IAA: Gegen Fahrverbote und Enddatum des Verbrenners - Gemeinsames Symposium von VDA und IG Metall

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Frankfurt (ots)

Europäische Klimaschutzpolitik muss Resultat einer gemeinsamen Kraftanstrengung von Industrie und Politik sein!

MANUSKRIPT MIT O-TÖNEN

Anmoderation:

Die IAA in Frankfurt wartete heute mit einem echten Höhepunkt auf. Auf einem hochkarätig besetzten gemeinsamen Symposium des Verbands der Automobilindustrie und der IG Metall sprach Vizekanzler und Außenminister Sigmar Gabriel zum Auftakt, danach diskutierten IG-Metall, Betriebsratschefs und Topmanager Zukunftsfragen der Automobilindustrie. Die Herausforderungen sind groß, denn mit dem Pariser Abkommen zum Klimaschutz hat sich die Europäische Union zu neuen CO2-Reduktionszielen verpflichtet und stellt damit die gesamte Mobilitätsbranche vor enorme Herausforderungen. VDA-Präsident Matthias Wissmann machte in seinem Grußwort deutlich, dass die deutsche Automobilindustrie für die Herausforderungen der Zukunft bestens gewappnet sei. Gleichzeitig stellte er aber klar:

O-Ton Matthias Wissmann

Wir halten am Verbrennungsmotor fest und wir wissen, dass er noch enorme Effizienzpotentiale hat, die wir in den nächsten Jahren gewinnen können - ökonomisch und ökologisch. Und wir halten auch am Diesel fest, denn wir wissen, dass die allerneueste Generation des Diesels die letzte verbliebene Baustelle "Stickoxide" schließen wird und geschlossen hat, wie wir an einzelnen Motoren bereits sehen. (0:27)

Aus diesem Grund kritisierte Wissmann jede politisch motivierte Zielsetzung über ein Enddatum des Verbrennungsmotors. Auch Vizekanzler Sigmar Gabriel sprach sich ausdrücklich für den Verbrennungsmotor, gegen Fahrverbote und die blaue Plakette aus und stärkte der deutschen Automobilindustrie den Rücken:

O-Ton Sigmar Gabriel

Ich stimme Herrn Wissmann ausdrücklich zu. Wer damit jetzt beim Diesel beginnt, wird ganz schnell bei einer Debatte über den Ottomotor landen. Nicht nur wegen der CO2-Debatte, sondern auch, weil das dann der nächste Modetrend ist, dem in der Öffentlichkeit hinterhergelaufen wird. Ich bin der festen Überzeugung, dass wir kein Ende des Verbrennungsmotors beschließen dürfen und keine politische Debatte fortsetzen dürfen, bei der sozusagen nur der der Kluge, Aufgeschlossene, Zukunftsgewandte ist, der sich für ein Ende der Verbrennungsmotoren einsetzt, sondern wir müssen natürlich den Schritt zur Verstärkung der Elektromobilität gehen. Wir dürfen dabei die Potentiale des Verbrennungsmotors, egal ob bei Otto oder Diesel, nicht aus dem Blick verlieren. Und wir müssen aufhören, über die Probleme des Diesels von gestern zu diskutieren, weil die deutschen Automobilunternehmen schon längst einen Diesel von heute herstellen können, der die gleichen Probleme wie der von gestern überhaupt nicht mehr besitzt. (0:57)

Jeder siebte Arbeitsplatz hierzulande hängt direkt oder indirekt von den Automobilherstellern und Zulieferern ab. Um die Beschäftigung in der deutschen Automobilindustrie zu sichern, ist für den IG-Metall-Vorsitzenden Jörg Hofmann deshalb klar: Es muss ein technologieoffener Wettbewerb um die Antriebstechnologie der Zukunft geführt werden. Und um das europäische Ziel von 95 Gramm CO2-Ausstoß pro Kilometer im Jahr 2020 zu erreichen, sei nicht nur die Autoindustrie gefordert, zudem müssten mehr leistungsfähige Elektroautos auf die Straße. Auch die Politik stehe in der Verantwortung, so der IG-Metall-Vorsitzende:

O-Ton Jörg Hofmann

Wer heute über feste Quoten für E-Mobilität philosophiert, ohne eine Antwort zu geben, wie etwa die Energienetze und Energieversorgung aussehen können, um diese Quoten zu ertragen, ohne, dass wir bis heute verlässliche Investitionsplanungen der europäischen Energieversorger haben, handelt fahrlässig. Und deswegen ist das klare Fazit an dieser Stelle, dass es eine gemeinsame Kraftanstrengung aller maßgeblichen Akteure geben muss, wollen wir einen Elektromobilitätsanteil von 20 bis 25 Prozent in Europa erreichen. (0'38)

Auf diese gemeinsamen Anstrengungen verwies auch VDA-Präsident Matthias Wissmann und sprach sich gegen feste E-Quoten aus, die ausschließlich die Automobilindustrie in die Verantwortung nehmen. Technologieoffenheit müsse auch in Brüssel akzeptiert werden:

O-Ton Matthias Wissmann

Wenn wir gemeinsam unterwegs sind, dann haben wir auch Erfolg. Wir wehren uns nicht gegen strenge Regeln, gegen klare Rahmenbedingungen. Aber wir wehren uns gegen jeden, der uns Technologien vorschreiben will. Noch nie waren Bürokraten bei der technischen Innovation klüger als Ingenieure, Erfinder, Arbeitnehmer in Unternehmen, die sich im Wettbewerb behaupten müssen. Und deswegen plädieren wir massiv für Technologieoffenheit. (0'30)

Abmoderation:

Die Automobilindustrie auf der Schwelle zu einem neuen Technologiezeitalter. Auf einem gemeinsamen Symposium des VDA und der IG Metall diskutierten Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Forschung heute über die Mobilität der Zukunft. Noch bis zum Sonntag (24.09.) kann sich jeder auf der IAA Pkw in Frankfurt über die neuesten Innovationen in Sachen Antriebstechnologien, Digitalisierung und Automatisierung informieren.

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