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27.03.2001 – 11:22

apb Akademie für Politische Bildung

PR und Politik - eine schwierige Beziehung?

    Tutzing (ots)

Die Akademie für Politische Bildung Tutzing und
die Deutsche Public Relations Gesellschaft veranstalteten vom 20. bis
23. März 2001 eine Tagung mit Wissenschaftlern und "Praktikern" zum
Thema PR und Politik. Die Ergebnisse werden im Herbst in Buchform
veröffentlicht.
    
    Die Zeiten, als Politik und Public Relations nur das große "P"
verband, gehören schon seit längerem der Vergangenheit an. Was sich
in den letzten zwei Jahrzehnten und besonders in den letzten Jahren
verändert hat, ist die Intensität dieser Beziehung. Schlagwörter wie
die "Amerikanisierung" der deutschen Wahlen sind hierfür Beleg.
Darauf, dass es sich dabei um Entwicklungen handelt, die durch die
Wandlung des Mediensystems vorgegeben werden, verwies der
PR-Professor Günter Bentele. Konsens herrschte unter den Referenten
darüber, dass das Verhältnis zwischen PR und Politik stärker als ein
Stück Normalität in der politischen Kommunikation dargestellt werden
müsse. Gründend auf der typisch deutschen Verbandsskepsis ist das
vorherrschende Bild in der Öffentlichkeit aber immer noch, z. B.
Lobbying sei etwas "Unanständiges" oder "fast Kriminelles" (Ries).
Politiker zeigten aber häufig nachhaltige "Beratungsresistenz", und
professionelle Unterstützung werde zumeist erst dann angefordert,
wenn die Krise schon ausgebrochen sei, stellte Krisen-PR-Berater
Klaus-Peter Johanssen, der die Brent-Spar-Krise bei Shell managte,
fest. Wie erfolgreich moderne politische Kommunikation ablaufen kann,
demonstrierte Malte Ristau, 1998 Mitarbeiter in der "Kampa", am
Beispiel der SPD-Wahlkampagne. Unter intensiver Anwendung
"amerikanischer Methoden" wie z. B. der Gegnerbeobachtung oder eines
lange vorbereiteten Wahlkampfplanes gelang es der SPD, der Union
keine Chance zu lassen. Dennoch wurde deutlich, wie weit wir noch
hinter der amerikanischen Praxis hinterherhinken. Marco Althaus
machte aufgrund eigener Studien deutlich, wie differenziert die
Landschaft der Political Consultants in den USA ist und wie komplex
das Verhältnis zwischen Beratern und Politiker. So gibt es
Spezialisten, die sich mit fundraising, mit der Auswertung von
Umfragen oder mit der Gegnerbeobachtung (opposition researcher)
beschäftigen. Dass diese Entwicklung aber auch in Deutschland so
verlaufen werde, daran ließ Wolfgang Kreuter von der Agentur BSMG,
deren amerikanische Gründer den Clinton-Wahlkampf mitgestaltet haben,
keinen Zweifel.  
    
    Die Beiträge der Referenten werden vor. im Herbst 2001 in Buchform
veröffentlicht.
    
ots Originaltext: Akademie für Politische Bildung
Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de

Rückfragen bitte an:
Dr. Manfred Schwarzmeier,
Akademie für Politische Bildung,
Buchensee 1,
82323 Tutzing,
Tel: 08158/256-52,
Fax: 08158/256-51,
E-Mail: M.Schwarzmeier@apb-tutzing.de

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