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[ver.di-Medieninfo] Medienpolitische Tagung: Mit mehr Mut ausbrechen - Qualitätsstandards im öffentlich-rechtlichen Rundfunk sichern – Jüngere Zielgruppen ansprechen

Medienpolitische Tagung: Mit mehr Mut ausbrechen - Qualitätsstandards im öffentlich-rechtlichen Rundfunk sichern – Jüngere Zielgruppen ansprechen

ver.di-Bundesvorstandsmitglied Christoph Schmitz hat die öffentlich-rechtlichen Sender aufgefordert, „mit mehr Mut aus dem bewährten Programmschema auszubrechen“. Im Moment würde dieses Feld eher anderen überlassen. „Ich wünsche mir, dass die vorhandene Kompetenz und die Kreativität auch genutzt werden, um mehr auszuprobieren. Damit würde vor allem eine jüngere Zielgruppe angesprochen“, erklärte Schmitz im Rahmen der gemeinsamen Medienpolitischen Tagung von Deutschem Gewerkschaftsbund (DGB) und der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) in Berlin.

Lineares und non-lineares Programm dürfe man nicht in Konkurrenz zueinander setzen. „Für große Teile der Bevölkerung wird lineares Programm noch lange relevant bleiben. Gleichzeitig müssen aber auch Anknüpfungspunkte für ein junges Publikum gefunden werden. Damit beides sinnvoll kombiniert werden kann, muss die Politik das nötige Geld bereitstellen“, forderte das ver.di-Bundesvorstandsmitglied.

Die Gewerkschaft nehme mit Sorge wahr, dass öffentlich-rechtliche Anstalten nicht mehr unbedingt attraktiv für junge Journalistinnen und Journalisten seien. „Um Qualitätsstandards zu sichern, braucht es aber auch die richtigen Köpfe“, so Schmitz. Dafür nötig seien gute Arbeits- und Entlohnungsbedingungen über alle Beschäftigungsformen und Ausspielwege hinweg. „Qualität im Digitalen ist auch in tariflicher Hinsicht genauso anspruchsvoll, wie das, was bisher im linearen Programm gemacht worden ist.“ Die Sender müssten mehr Offenheit für diverse Auswahlverfahren zeigen und Kriterien der Personalentwicklung unter dem Blickwinkel einer möglichst breit verstandenen Vielfalt etablieren.

„Die noch immer hohe Qualität des öffentlich-rechtlichen Programms ist allerdings gefährdet, wenn Arbeitsverdichtung und Mehrarbeit zunehmen. Auch die Auslagerung von immer mehr Tätigkeiten in freie Beschäftigung und fehlende Möglichkeiten zur Einarbeitung, Recherche und Spezialisierung sind qualitätsmindernd“, sagte Schmitz. Qualitätsstandards seien von Ressourcen abhängig, weshalb eine ausreichende Finanzierung der Sender dringend sichergestellt werden müsse. Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Rundfunkfinanzierung sei hilfreich gewesen. „Die erstmalige Erhöhung des Beitrags seit zwölf Jahren ist aber nicht ausreichend, um den vor allem durch die Digitalisierung gewachsenen Herausforderungen gerecht zu werden.“

Die Medienpolitische Tagung von ver.di und DGB mit dem Titel „Das ist unser Programm! Der öffentlich-rechtliche Rundfunk zwischen Auftrag und gesellschaftlichen Erwartungen“ fand gestern und heute (14./15. Oktober 2021) in Berlin statt. Weitere Informationen: https://rundfunk.verdi.de/medienpolitische-tagung

V.i.S.d.P.

Günter Isemeyer
ver.di-Bundesvorstand
Paula-Thiede-Ufer 10
10179 Berlin

Tel.: 030/6956-1011, -1012
E-Mail: pressestelle@verdi.de
 www.verdi.de/presse
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