Alle Storys
Folgen
Keine Story von Statistisches Bundesamt mehr verpassen.

Statistisches Bundesamt

Neue Modellrechnung zur Lebenserwartung für Geburtsjahrgänge

Wiesbaden (ots)

Das Statistische Bundesamt hat eine neue
Modellrechnung zur Schätzung der Lebenserwartung nach
Geburtsjahrgängen erstellt. Diese enthält Generationensterbetafeln
für die Geburtsjahrgänge 1871 bis 2004. Eine Generationensterbetafel
zeigt, welche durchschnittliche Lebenserwartung ein heute
neugeborenes Kind unter Berücksichtigung der möglichen künftigen
Entwicklung der Sterblichkeit erreichen könnte. In die Berechnung der
Generationensterbetafeln wurden zwei verschiedene
Sterblichkeitstrends einbezogen. Ein langfristiger
Sterblichkeitstrend (Variante 1) und eine Kombination aus dem
langfristigen Sterblichkeitstrend und einem kurzfristigen
Sterblichkeitstrend (Variante 2). Beide Trends gehen von einer
sinkenden Sterblichkeit in der Zukunft aus, wobei die Variante 2 eine
stärker sinkende Sterblichkeit unterstellt.   Demnach könnte ein
neugeborener Junge des Jahrgangs 2004 nach der Trendvariante 1 eine
durchschnittliche Lebenserwartung von 81,7 Jahren erreichen und 84,9
Jahre nach der Trendvariante 2. Für ein neugeborenes Mädchen des
Jahrgangs 2004 ergeben sich nach der Trendvariante 1 eine
Lebenserwartung von 87,8 Jahren und 90,4 Jahre nach der Trendvariante
2. Vor 135 Jahren konnten neugeborene Jungen des Geburtsjahrgangs
1871 lediglich mit 39,1 Jahren rechnen und Mädchen mit 42,1 Jahren.
Die Lebenserwartung der Neugeborenen hat sich somit seitdem mehr als
verdoppelt.   Nach der Modellrechnung könnten ferner rund 92% der
Männer und 96% der Frauen des Geburtsjahrgangs 2004 nach der
Trendvariante 2 das Alter von 65 Jahren erreichen. Das Alter von 85
Jahren würden immer noch rund 62% der Männer und 80% der Frauen
erleben. Voraussetzung ist, dass in Zukunft keine Ereignisse wie
beispielsweise Kriege und Umwelt- oder Wirtschaftskatastrophen
auftreten, die sich nachhaltig negativ auf die Lebenserwartung
auswirken und den Trend unterbrechen. Ebenso können diese Werte nur
erreicht werden, wenn sich der Rückgang der Sterblichkeit weiter
fortsetzt, der eng an die Fortschritte in der Medizin geknüpft ist.  
Eine Generationensterbetafel beschreibt die Lebenserwartung der
Angehörigen eines Geburtsjahrgangs und unterscheidet sich damit von
den Periodensterbetafeln, die das Statistische Bundesamt in
regelmäßigen Abständen veröffentlicht. Diese Periodensterbetafeln
bilden die durchschnittliche Lebenserwartung der gesamten Bevölkerung
während bestimmter Kalenderjahre ab, zuletzt für den Zeitraum
2002/2004. Sie beruhen auf der Zahl der Gestorbenen und der
Bevölkerung in diesem Zeitraum und sind zur Beschreibung der
gegenwärtigen Sterblichkeitsverhältnisse unverzichtbar. Im Gegensatz
zu einer Generationensterbetafel werden hierbei keine Veränderungen
der Sterblichkeitsverhältnisse in der Zukunft berücksichtigt. Zum
Vergleich: Die Lebenserwartung liegt bei Geburt in der Sterbetafel
für den Zeitraum 2002/2004 (Jungen 75,9 Jahre; Mädchen 81,5 Jahre) je
nach Trendvariante um rund 6 bis 9 Jahre niedriger als für den
Geburtsjahrgang 2004.   Für Generationensterbetafeln werden die
Sterbefälle eines Geburtsjahrgangs über die Zeit hinweg betrachtet.
Sie sind als Modellrechnung anzusehen, weil Schätzungen zur
Sterblichkeit der Geburtsjahrgänge notwendig sind, deren Angehörige
noch leben. Bei älteren Geburtsjahrgängen müssen Datenlücken,
Gebietsveränderungen und Wanderungsbewegungen berücksichtigt werden,
die insbesondere in Deutschland durch die beiden Weltkriege
verursacht wurden.  
Vergleich der Lebenserwartung bei Geburt nach Jahrgängen 1)
Lebenserwartung bei Geburt
 Jahrgang        Jungen                  Mädchen
           Trend-      Trend-      Trend-      Trend-
          variante 1  variante 2  variante 1  variante 2
1871      39,1        39,1        42,1         42,1
  1880      41,1        41,1        44,1         44,1
  1890      43,7        43,7        47,8         47,8
  1900      46,4        46,4        52,5         52,5
  1910      52,1        52,1        58,8         58,8
  1920      57,7        57,7        65,1         65,1
  1930      64,2        64,3        72,1         72,3
  1940      68,2        68,6        76,1         76,6
  1950      71,1        72,0        78,4         79,3
  1960      74,3        75,6        81,3         82,5
  1970      76,6        78,3        83,3         84,9
  1980      78,7        81,0        85,1         87,0
  1990      80,2        82,9        86,5         88,7
  2000      81,3        84,4        87,5         90,0
  2004      81,7        84,9        87,8         90,4
1) Die Lebenserwartung nach Jahrgängen bezieht sich auf die
Zivilbevölkerung im früheren Bundesgebiet. Trendvariante 1:
langfristiger Sterblichkeitstrend seit 1871. Trendvariante 2:
Kombination aus dem langfristigen Sterblichkeits- trend seit 1871 und
dem kurzfristigen Sterblich- keitstrend seit 1970.
Die Generationensterbetafeln sowie eine detaillierte Beschreibung
der Methodik bietet die Veröffentlichung „Generationensterbetafeln
für Deutschland, Modellrechnungen für die Geburtsjahrgänge von 1871 -
2004“. Diese ist kostenlos als Download unter
http://www.destatis.de/shop (Schnellsuche nach
„Generationensterbetafeln“) erhältlich.   Eine Sammlung von
Periodensterbetafeln kann ebenfalls kostenlos unter
http://www.destatis.de/shop abgerufen werden (Schnellsuche nach
„Periodensterbetafeln“).
Weitere Auskünfte gibt:
Matthias Eisenmenger,
Telefon: (0611) 75-3275,
E-Mail:  matthias.eisenmenger@destatis.de
ots-Originaltext
Statistisches Bundesamt

Rückfragen an obigen Ansprechpartner oder an:

Statistisches Bundesamt
Pressestelle
Telefon: (0611) 75-3444
Email: presse@destatis.de

Original-Content von: Statistisches Bundesamt, übermittelt durch news aktuell

Weitere Storys: Statistisches Bundesamt
Weitere Storys: Statistisches Bundesamt
  • 13.04.2006 – 07:50

    Verdienste in der Industrie im Januar 2006: + 1,2% zum Vorjahr

    Wiesbaden (ots) - Nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes haben die vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmer im Produzierenden Gewerbe im Januar 2006 durchschnittlich brutto 3 027 Euro verdient, das waren 1,2% mehr als im Januar 2005. Der Verbraucherpreisindex stieg in diesem Zeitraum um 2,1% und damit um 0,9%-Punkte stärker als die Verdienste. Die Angestellten verdienten im Januar 2006 ...

  • 13.04.2006 – 07:50

    Rund 400 000 Absolventen mit Hochschul- und Fachhochschulreife

    Wiesbaden (ots) - Am Ende des Schuljahres 2004/05 haben rund 399 200 Schülerinnen und Schüler in Deutschland die Hochschul- oder Fachhochschulreife erworben. Das waren nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes 3,2% (+ 12 300) mehr als im Schuljahr 2003/04. Im Vergleich zum Schuljahr 1999/2000 ist damit die Zahl der Absolventen mit Studienberechtigung um 14,8% (+ 51 600) gestiegen. Dabei fiel die Zunahme mit ...

  • 12.04.2006 – 10:44

    Berichtigung: Verbraucherpreise März 2006: + 1,8% zum März 2005

    Wiesbaden (ots) - Bitte beachten Sie die korrigierte Zahl in der 4. Zeile der Tabelle: es muss lauten Bekleidung und Schuhe 97,9 - 1,3 1,9 rpt Bekleidung und Schuhe 97,9 - 1,3 1,9 und nicht Bekleidung und Schuhe 97,9 - 1,6 1,9 ots-Originaltext Statistisches Bundesamt Rückfragen an obigen Ansprechpartner oder ...