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Verarbeitendes Gewerbe im Juli 2021: Auftragseingang +3,4 % zum Vormonat

WIESBADEN (ots)

Auftragseingang erreicht höchsten Stand seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 1991 und liegt 15,7 % über Vorkrisenniveau; Umsatz +1,9 % zum Vormonat

Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe:

Juli 2021 (real, vorläufig):

+3,4 % zum Vormonat (saison- und kalenderbereinigt)

+24,4 % zum Vorjahresmonat (kalenderbereinigt)

Juni 2021 (real, revidiert):

+4,6 % zum Vormonat (saison- und kalenderbereinigt)

+26,5 % zum Vorjahresmonat (kalenderbereinigt)

Der reale (preisbereinigte) Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe war nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im Juli 2021 saison- und kalenderbereinigt 3,4 % höher als im Juni 2021. Der Auftragseingang erreichte damit seinen höchsten Stand seit dem Beginn der Zeitreihe im Jahr 1991. Der bisherige Höchststand war vor der Corona-Krise im Dezember 2017 erreicht worden. Der deutliche Anstieg im Vormonatsvergleich kommt durch Großaufträge zustande: Ohne die Berücksichtigung von Großaufträgen ergab sich im Juli 2021 ein Rückgang um 0,2 %.

Im Vergleich zu Februar 2020, dem Monat vor dem Beginn der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie in Deutschland, war der Auftragseingang im Juli 2021 saison- und kalenderbereinigt 15,7 % höher. Im Vergleich zum Vorjahresmonat Juli 2020, als der Auftragseingang noch von der Pandemie beeinträchtigt war (-6,4 % zum Juli 2019), lag er kalenderbereinigt 24,4 % höher.

Im Vergleich zum Vormonat fielen im Juli 2021 die Aufträge aus dem Inland um 2,5 %. Die Auslandsaufträge erhöhten sich um 8,0 %. Dabei nahmen die Auftragseingänge aus der Eurozone um 4,1 % ab, die Auftragseingänge aus dem restlichen Ausland stiegen vor allem durch Großaufträge aus dem Bereich Schiffsbau um 15,7 %.

Bei den Herstellern von Vorleistungsgütern lag der Auftragseingang im Juli 2021 um 0,5 % unter dem Vormonatsniveau. Bei den Herstellern von Investitionsgütern gab es einen Anstieg um 5,4 %. Im Bereich der Konsumgüter stiegen die Aufträge um 7,5 %.

Für Juni 2021 ergab sich nach Revision der vorläufigen Ergebnisse ein Anstieg um 4,6 % gegenüber Mai 2021 (vorläufiger Wert: +4,1 %).

Umsatz +1,9 % zum Vormonat

Der reale Umsatz im Verarbeitenden Gewerbe lag nach vorläufigen Angaben im Juli 2021 saison- und kalenderbereinigt 1,9 % höher als im Juni 2021. Im Vergleich zum noch stark von der Pandemie beeinträchtigten Vorjahresmonat Juli 2020 gab es kalenderbereinigt einen Anstieg um 5,7 %.

Im Vergleich zu Februar 2020, dem Monat vor dem Beginn der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie in Deutschland, war der Umsatz im Juli 2021 saison- und kalenderbereinigt 4,6 % niedriger.

Die seit einigen Monaten zu beobachtende Tendenz zu ansteigenden Auftragseingängen bei gleichzeitig schwacher Umsatzentwicklung dürfte unter anderem auf die in vielen Branchen berichteten Lieferengpässe von Vorprodukten zurückzuführen sein.

Für Juni 2021 ergab sich nach der Revision der vorläufigen Ergebnisse ein Rückgang des Umsatzes von 1,1 % gegenüber Mai 2021 (vorläufiger Wert: -1,4 %).

Methodische Hinweise:

In allen Meldungen zu Konjunkturindikatoren sind die unterschiedlichen Vergleichszeiträume zu beachten. Im Fokus der Konjunkturbeobachtung steht der Vergleich zum Vormonat/Vorquartal. Hieraus lässt sich die kurzfristige konjunkturelle Entwicklung ablesen. Der kalenderbereinigte Vorjahresvergleich dient einem längerfristigen Niveauvergleich und ist von saisonalen Schwankungen und Kalendereffekten unabhängig. In der aktuellen Corona-Krise kann es durch die zeitweise starken Rückgänge und Anstiege zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen im Vormonats-/Vorquartalsvergleich und Vorjahresvergleich kommen. Um einen direkten Vergleich zum Vorkrisenniveau zu ermöglichen, wird bis auf Weiteres in allen Pressemitteilungen zu Konjunkturindikatoren, die saisonbereinigt vorliegen, zusätzlich ein Vergleich zum Februar 2020 beziehungsweise zum 4. Quartal 2019 dargestellt.

Die Daten zum Auftragseingang und zum Umsatz basieren auf dem Volumenindex für das Verarbeitende Gewerbe, saison- und kalenderbereinigt mit dem Verfahren X13 JDemetra+.

Auftragseingänge und Umsätze werden in der Gliederung der "Klassifikation der Wirtschaftszweige, Ausgabe 2008 (WZ 2008)" erfasst und ausgewertet. Dabei werden die Auftragseingänge nur in ausgewählten Wirtschaftszweigen des Verarbeitenden Gewerbes erhoben.

Ergebnisse in tiefer Gliederung und lange Zeitreihen können in der Datenbank GENESIS-Online abgerufen werden: Auftragseingangsindizes (42151-0004) sowie Auftragseingangsindizes ohne Großaufträge (42151-0008) und Umsatzindizes (42152-0004).

Krisenmonitor ermöglicht Vergleich zwischen Corona-Krise und Finanz- und Wirtschaftskrise

Der Auftragseingangsindex ist auch Teil des "Krisenmonitors" (www.destatis.de/krisenmonitor), mit dem das Statistische Bundesamt die Entwicklung wichtiger Konjunkturindikatoren in der Corona-Krise und in der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 gegenüberstellt. Der Krisenmonitor ergänzt die Sonderseite "Corona-Statistiken" (www.destatis.de/corona), die statistische Informationen zu den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie bündelt.

Die vollständige Pressemitteilung sowie weitere Informationen und Funktionen sind im Internet-Angebot des Statistischen Bundesamtes unter https://www.destatis.de/pressemitteilungen zu finden.

Weitere Auskünfte:

Konjunkturerhebungen im Verarbeitenden Gewerbe,

Telefon: +49 611 75 2806,

www.destatis.de/kontakt

Pressekontakt:

Rückfragen an obigen Ansprechpartner oder an:
Statistisches Bundesamt

Pressestelle

Telefon: +49 611-75 34 44
www.destatis.de/kontakt

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