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Rheinische Post: Kommentar
Neue Heimat gesucht = Von Horst Thoren

Düsseldorf (ots) - Für Flüchtlinge ist es am Rhein zu schön! Das scheinen Villenbesitzer aus Neuss zu meinen, die gegen Unterkünfte in ihrer Nachbarschaft mit dem Hinweis protestierten, den Armen sei der Anblick des Reichtums nicht zuzumuten. Von Toleranz ist da nichts zu spüren, wohl aber kommt unverfrorene Hartherzigkeit zum Ausdruck. Wenn beklagt wird, uns fehle es an Willkommenskultur, ist wohl die Unfähigkeit gemeint, den Egoismus zu überwinden. Flüchtlinge? Ja, aber nicht nebenan! Gottlob gibt es vielerorts barmherzige Samariter, die den Suchenden die Hand reichen. So finden - auch in Neuss - Flüchtlinge Halt und Heimat, werden gut versorgt und begleitet. Doch fühlen sich viele Städte vom Andrang überfordert, fehlt es an Unterkünften, oft auch an Fürsorge und Feingefühl: Flüchtlingscontainer auf dem Friedhof, verschimmelte Schlafsäle, Zeltstädte unter der Sommerhitze. So sieht echte Hilfe in der Not nicht aus. Die Debatte im Landtag hat gezeigt, dass Politik parteiübergreifend handeln will. Gestritten wird über das "Wie". Viel Zeit bleibt nicht, in den überfüllten Lagern warten Tausende auf eine neue Heimat. Auch in NRW.

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