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Rheinische Post: Kommentar
Scharfmacher-Kabinett = Von Martin Kessler

Düsseldorf (ots) - In ungewöhnlich kurzer Zeit hat der neue griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras ein Kabinett zusammengestellt, das vornehmlich aus Ökonomen besteht. Ob allerdings auch wirtschaftliche Vernunft in seine Ministerriege Einzug hält, darf mit Recht bezweifelt werden. Denn der Linkspopulist hat sich zwar mit brillanten Köpfen, aber auch mit unverbesserlichen Scharfmachern umgeben. Der unangenehmste unter ihnen dürfte der neue Verteidigungsminister Kammenos sein. Der frühere Konservative hasst Deutschland, will mit der Türkei über Schürfrechte in der Ägäis streiten und sieht Russlands Präsident Putin als Freund. Da sind die für Finanzen zuständigen Minister Varoufakis und Dragasakis zumindest verhandlungsbereit, auch wenn sie Löhne und Renten anheben und dafür die Schulden teilweise streichen wollen. Für Streit mit den EU-Finanzministern ist also gesorgt. Immerhin verspricht der neue Außenminister Kotzias Kontinuität. Er verfügt über diplomatische Erfahrung und gesundes Urteilsvermögen. Hoffentlich wirkt er mäßigend auf die neue Riege ein.

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