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Rheinische Post: Gutachten ersetzen keine Entscheidungen

Düsseldorf (ots) - Dass NRW innerhalb von zwei Jahren 258 Gutachten für insgesamt 17,2 Millionen Euro eingekauft hat, ist gar nicht so ungewöhnlich. Die Vorgängerregierung hatte noch viel größeren Beratungsbedarf. Und auch in anderen Bundesländern kommen in vergleichbaren Zeiträumen ähnliche Zahlen zustande. Man kann die Gutachten-Praxis einer Regierung eben nicht nach Umfängen bewerten. Wohl aber nach den Fragen, die sich die Auftraggeber für viel Geld beantworten lassen. Und da liefert der rot-grüne Gutachtenstapel in NRW mehr skurrile Beispiele, als der klamme Landeshaushalt erlaubt: Warum kauft ein Ministerium den Fragebogen für eine Mitarbeiterbefragung für 4700 Euro extern ein? Und wer will für 14 500 Euro wissen, welche Rechtstradition die deutsche Jagdgeschichte vor 100 Jahren geprägt hat? Oder für 127 000 Euro, wie die Politik auf die alternde Gesellschaft reagieren muss? Diese Frage hat die Wissenschaft schon hundertfach beantwortet. Solche Gutachten werden offensichtlich nicht aus Erkenntnis-Interesse in Auftrag gegeben. Mit ihnen wollen die Auftraggeber sich lediglich zusätzliche Argumente für den politischen Diskurs kaufen. Leider auf Kosten der Steuerzahler.

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