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Rheinische Post: Pofallas Fehler

Düsseldorf (ots) - Der frühere Kanzleramtsminister Ronald Pofalla ist ein glänzender Organisator und ein ideenreicher Partei-Manager. Was ihm bisweilen abgeht, ist politisches Feingefühl. Schon beim Euro-Abweichler Wolfgang Bosbach fand er nicht den richtigen Ton. Bei seinen Wechselabsichten zur Deutschen Bahn hat er kein Gespür für den richtigen Zeitpunkt. Es ist jedem Politiker unbenommen, die Seiten zu wechseln und einen lukrativen Posten in der Wirtschaft anzunehmen. Hessens Ex-Ministerpräsident Roland Koch schied zuerst als Ministerpräsident und Landtagsabgeordneter aus, bevor ihn der Aufsichtsrat des Baukonzerns Bilfinger und Berger erst zum Vorstandsmitglied und dann zum Chef berief. Wenn es stimmt, dass Pofalla ein Angebot von der Bahn vorlag, hätte er sofort sein Bundestagsmandat aufgeben müssen. Sodann hätte er zwischen seinem Ausscheiden aus der Politik und dem Antritt der neuen Stelle eine Schamfrist einhalten sollen. Vor allem muss er sich jetzt schleunigst erklären, will er einen Rest von Glaubwürdigkeit behalten.

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