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Rheinische Post: New Yorker Wunde Kommentar Von Frank Herrmann

Düsseldorf (ots) - Die Debatte ist schrill, zugespitzt und unsachlich, aber vielleicht wäre es naiv, wollte man etwas anderes erwarten. Der Terrorschock vom 11. September hat sich tief eingegraben ins kollektive Gedächtnis der Amerikaner. Bei den Hinterbliebenen der Opfer sind die Wunden noch frisch. Kein Wunder also, dass die Auseinandersetzung um eine Moschee am Ground Zero sofort emotionale Züge annimmt. Dabei stimmt es ja nicht, dass bald hohe Minarette über Manhattan aufragen. Geplant ist ein islamisches Zentrum, mit Bibliothek und Restaurants und Gebetsräumen. Ein Symbol der Versöhnung soll es werden, kein Ort nachträglichen Triumphgeheuls. Die Attentäter um Mohammed Atta, das kann gar nicht oft genug betont werden, stehen nicht für den Islam. Ebenso wenig hat sich al Qaida die Moschee-Idee ausgedacht. Sie stammt von einem Geistlichen, der sich dem Ausgleich verpflichtet fühlt. Bei allen verständlichen Emotionen: Amerika wäre gut beraten, eine Pause einzulegen. In der Vielfalt liegt die Stärke dieses klassischen Einwanderungslands. Ein Gotteshaus am Ground Zero gehört zu diesem Puzzle dazu. Darüber sollten die Populisten einmal nachdenken.

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