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Rheinische Post: Verwegene Hoffnungen

Düsseldorf (ots) - Kommentar von Robert Peters

ie erste Weltmeisterschaft in Afrika nährt Hoffnungen. Berechtigte wie die, dass der afrikanische Fußball Auftrieb erhält. Verwegene wie die, dass ein afrikanisches Team den Titel gewinnen könnte. Und ganz furchtbar mutige wie die, dass der gesamte Kontinent in wirtschaftlicher, politischer und sozialer Hinsicht auf einen Schlag gesunden wird. Das wird natürlich nicht geschehen. Dennoch ist die WM eine große Chance. Zunächst mal für den Ausrichter Südafrika, dem es bei der Rugby-Weltmeisterschaft zumindest für ein paar Wochen gelang, die tiefen Gräben zwischen den gesellschaftlichen Gruppen, vor allem zwischen Schwarz und Weiß unsichtbar zu machen. Als Baumeister haben die Südafrikaner schon einige Besserwisser widerlegt. Sie haben eindrucksvolle Stadien rechtzeitig fertiggestellt. Und sie scheinen die komplizierte Logistik in den Griff zu bekommen. Das stärkt das Selbstbewusstsein. Ohne fußballerische Erfolge wird das allerdings schnell schwinden. Und da sind Zweifel an der Klasse der Afrikaner erlaubt. Allein die Begeisterung der Fans wird weder Südafrika noch die weiteren Mitbewerber vom Kontinent durch die K.o.-Runden tragen. Fußballerisch erfolgreicher werden wohl andere Mannschaft sein, in erster Linie die Spitzenteams aus Südamerika und Europa. Weil die Brasilianer mittlerweile geradezu teutonisch organisiert und nüchtern auftreten, ist mit ihnen am ehesten zu rechnen.

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