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Rheinische Post: Obamas Rückzieher Kommentar Von Frank Herrmann

    Düsseldorf (ots) - Natürlich stellt sich bei so einem Rückzieher sofort die Frage nach dem Warum. Obama gibt auf, was Bush noch für unverzichtbar erklärte, ein Abfangnetz gegen iranische Langstreckenraketen, die eines Tages auf westliche Städte zufliegen könnten. In seiner bisherigen Form zumindest wird der Abwehrschild zu den Akten gelegt. War er von vornherein eine fixe Idee, technisch schwierig und viel zu riskant, um eine komplette Strategie darauf zu gründen? Fehlt es am Geld? Oder passte der politisch spaltende Plan nicht zu Obamas Traum von einer besseren Welt? Es ist wohl von allem ein bisschen. Das Weiße Haus geht jedenfalls wieder auf Moskau zu, lotet zumindest aus, was mit Putins politischem Ziehsohn Medwedjew möglich ist und was nicht. Die Parole heißt Neustart, man braucht den Rivalen des Kalten Krieges als Partner. Zum einen, weil Obama die nukleare Abrüstung auf seiner Prioritätenliste nach ganz oben hebt. Zum anderen, weil es die Iraner im anstehenden Atom-Poker mit einer einheitlichen Front der Großen zu tun haben sollen. Fürs Erste setzt der US-Präsident alles auf die Karte Diplomatie. Bushs alter Raketenplan passt da einfach nicht ins Konzept.

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