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Rheinische Post: Krieg im Kaukasus

    Düsseldorf (ots) - Von Godehard Uhlemann

    Die militärische Eskalation im Kaukasus hat durchaus das Potential zum Stellvertreterkrieg. Russland steht eindeutig an der Seite der Südosseten. Amerika stärkt Georgien den Rücken. Ihr gemeinsames Manöver im Juli trug den bezeichnenden Namen "Schneller Gegenschlag". Dass Georgien in die Nato drängt, empfindet Moskau als gezielte Provokation. Nach dem Zerfall der Sowjetunion haben die USA systematisch ihre Präsenz in vielen ehemaligen Sowjetrepubliken ausgebaut. Dabei spielten strategische und wirtschaftliche Erwägungen eine große Rolle. Es geht vor allem um die Zukunftssicherung der Energieversorgung aus dem kaspischen Raum. Russlands Vorgehen im Kaukasus ist doppelbödig. Im Fall Tschetschenien beantwortete Moskau die Frage nach Unabhängigkeit mehrmals mit Krieg. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Im Falle Georgiens unterstützt es die Südosseten auf dem Weg in die Unabhängigkeit. Auch im Fall des Kosovo war Moskau gegen die von Europa vorschnell befürwortete Loslösung von Serbien. Es fürchtete, das Kosovo-Beispiel könne vor der eigenen Haustür Schule machen. Das tut es, wenn der Kreml nicht die territoriale Integrität Georgiens achtet.

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