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Rheinische Post: Cluster statt Pflaster

    Düsseldorf (ots) - von Thomas Reisener

    Mahnfeuer, Massenproteste und eine ebenso aufgebrachte wie hilflose Politik - das alles gab es in Bochum schon vor Nokia. 2004, als die Schließung der Bochumer Opel-Werke drohte. Heute arbeiten dort ein paar Tausend Opelaner weniger. Ebenso bei Ford in Köln. Auch die 800 Zulieferer in NRW haben Tausende von Jobs im Inland gestrichen. Der Preiskampf im Autogeschäft ist einfach zu scharf. Wer dieselbe Qualität billiger im Ausland produzieren kann, geht. Die Politik hat wenig Möglichkeiten, sich gegen die Globalisierung zu stemmen. Aber ihre stereotypen Krokodilstränen, die immer dann vor den Werkstoren rollen, wenn es zu spät ist, sind trotzdem zu wenig. Natürlich wird das Auto-Cluster, mit dem die NRW-Wirtschaftsministerin jetzt die Industrie des Landes stärken will, viele Steuergelder kosten. Aber die Initiative ist richtig: Es ist besser, vorbeugend zu investieren, statt von dem Geld nachträglich Trostpflaster für die Betroffenen zu kaufen. Ein Cluster ist ein Stück Infrastruktur. Wie Autobahnen oder Universitäten kostet es Geld. Aber wenn die deutsche Industrie gegen die Billigstandorte in Osteuropa und Asien eine Chance haben soll, braucht sie vor allem eins: eine exzellente Infrastruktur. Bericht: Regierung will Auto-Jobs..., Seite C2

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