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Weser-Kurier: Über Gabriels Iran-Reise schreibt Hans-Ulrich Brandt:

Bremen (ots) - Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. Wer zu früh kommt, den bestrafen die Medien. Sigmar Gabriel musste das jetzt erleben. Da hatte der Wirtschaftsminister nur seinen Job gemacht und war - wenige Tage nach dem Abschluss des Atomabkommens - als erster westlicher Politiker in den Iran gereist, schon wird ihm das von einigen deutschen Zeitungen um die Ohren gehauen. "Peinlich" sei die "hastige Reise", signalisiere der Besuch in Teheran doch nur, dass es Deutschland ums Geschäftemachen gehe, nicht um die vielen Krisen in der Region. Nun ja, ein Wirtschaftsminister muss auch Kontakte pflegen und lukrative Geschäfte anbahnen. Damit jetzt zu beginnen - nach der historischen Einigung im Atomstreit und nach 14-jähriger deutsch-iranischer Funkstille - ist sicher nicht voreilig. Aber es geht hier auch nicht nur um Wirtschaft. Natürlich: Der Deal mit dem Iran ist eine Wette auf die Zukunft. Niemand garantiert Teherans Vertragstreue. Aber wie hat es Präsident Rohani ausgedrückt: Ein besseres Verhältnis zwischen Deutschland und dem Iran könnte helfen, die Kluft zwischen Europa und dem Nahen Osten zu überbrücken. Es gab schon unversöhnlichere Töne aus Teheran.

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