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Weser-Kurier: Kommentar von Kristina Läsker zur Deutschen Bank

Bremen (ots) - Eine Razzia kommt nie passend, für die Deutsche Bank kam sie am Dienstag zur Unzeit. Mit Rollkoffern zogen Fahnder durch die Zwillingstürme in Frankfurt und sammelten mal wieder Unterlagen ein. Es sind rufschädigende Bilder, dabei möchte der Aufsichtsrat nichts mehr als endlich Ruhe. Deshalb hat die Bank am Sonntag die Doppelspitze Anshu Jain und Jürgen Fitschen abgesetzt. Mit dem Investmentbanker John Cryan sollte gleichsam ein neuer Typ Chef gezeigt werden. Ein leiser, seriöser Aufräumer, der sogar deutsch spricht! Einen Tag ließ sich die Bank von der Börse feiern. Der abgeschmierte Aktienkurs triumphierte im Dax, ein seltenes Bild. Doch die Razzia hat das Vorschussvertrauen für Cryan erschüttert. Denn der Chef mag neu sein, die Probleme bleiben. Die Bank ist in mehr als 6000 Prozesse verstrickt, nun droht neuer Ärger. Der Vorwurf: Das Institut sei Mittäter beim Dividendenstripping. Dabei sollen durch den Handel von Aktien mit und ohne Dividende Finanzbehörden ausgetrickst und eine nur einmal gezahlte Kapitalertragsteuer mehrmals erstattet worden sein. Was wichtig ist: Ermittelt wird gegen Kunden und nicht gegen Mitarbeiter. Doch das dürfte den Verfall des Images nicht aufhalten, das spiegelt auch die wieder fallende Aktie. Denn es wurde der Eindruck erweckt, dass das Geldhaus weiter für böse Überraschungen gut ist.

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