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Weser-Kurier: Zur Bahn-Schlichtung schreibt Hans-Ulrich Brandt:

Bremen (ots) - Den Streik abgebrochen, die Schlichter bestellt - kehrt endlich Sachlichkeit ein im Tarifstreit zwischen Deutscher Bahn und Lokführergewerkschaft GDL? Wird jetzt ernsthaft verhandelt, statt nur weiter verbal aufeinander einzudreschen? Das zu glauben fällt nach all den Streikwochen und gegenseitigen Schuldzuweisungen schwer. Immerhin: Beide Tarifparteien haben einer Schlichtung zugestimmt. Und dabei kann die GDL für sich als Erfolg ihrer Hartnäckigkeit verbuchen, der Bahn die Zusage abgerungen zu haben, autonom für alle Gewerkschaftsmitglieder - also nicht nur für Lokführer - verhandeln zu können. Das ist ein wichtiger Erfolg im Konkurrenzkampf mit der Eisenbahnergewerkschaft EVG. Verschärft wird dieser tarifpolitische Showdown durch die voraussichtliche Einführung des Tarifeinheitsgesetzes zum 1. Juli. Ab dann soll nämlich nur noch die Gewerkschaft Tarifverträge aushandeln dürfen, die die meisten Mitglieder in einem Betrieb hat. Die GDL wäre das nicht. Umso wichtiger ist für GDL-Chef Claus Weselsky jetzt dieser hartnäckig erstreikte Teilerfolg. Und sollte ein auf dieser Basis abgeschlossener Tarifvertrag nach Inkrafttreten des Tarifeinheitsgesetzes tatsächlich wieder einkassiert werden, bliebe ihm immer noch die Klage vor dem Bundesverfassungsgericht. Keine schlechte Ausgangslage für ihn in diesem Machtpoker.

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