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Weser-Kurier: Kommentar von Peter Voith zur Tarmstedter Ausstellung

Bremen (ots) - Diese Veranstaltung vor den Toren Bremens als "Ausstellung" zu titulieren, ist eine schlichte Untertreibung. Der Begriff ist eher zu verstehen als Reminiszenz an die Gründungsidee des Tarmstedter Gemeinderates in Zeiten der Währungsreform. Vor nunmehr 66 Jahren gebaut auf der Idee, die Wirtschaft vor Ort anzukurbeln, ist die "Ausstellung" inzwischen eine Mega-Messe, ein Open-Air-Festival mit landwirtschaftlichem Flair. Wobei Landwirtschaft nicht allein für bäuerliche Betriebe steht, sondern für Wirtschaft auf dem Land. Sie reicht von der "Event-Stickerei" bis zum Landtechnik-Konzern. In den vergangenen Jahren haben die Messe-Macher ihren Slogan "Hier trifft sich der Norden" mit Besucherzahlen um die 100000 untermauert. Das ist beeindruckend, weil das ursprüngliche Ziel-Publikum, vor allem konventionell wirtschaftende Bauern, angesichts des Höfe-Sterbens immer weniger wird. So bleibt das Buhlen um neue Besucher Daueraufgabe. Bisher haben die Verantwortlichen schnell auf Trends reagiert - ob sie nun "mehr Bio" oder "Produktion für die Energiewende" hießen. Aber wenn die Betriebe weniger (dafür größer) werden? Die "Tarms" wird langfristig wohl nur überleben, wenn sie ihren Markenkern Landwirtschaft mit noch mehr Kirmes und Show schmückt. "Ausstellung" jedenfalls war gestern.

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