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19.06.2007 – 15:08

ARD Presse

ARD beschließt Strategie für die digitale Medienwelt - Gebührenzahler können von ARD-Inhalten mehr als bisher profitieren - Audio- und Videoportal - Einstieg in HDTV - Tagesschau aufs Handy

Saarbrücken (ots)

Die ARD hat die Weichen für das digitale
Zeitalter gestellt. Auf ihrer Sitzung in Saarbrücken haben die 
Intendantinnen und Intendanten einstimmig die ARD-Digitalstrategie 
verabschiedet. Das unter Federführung des Saarländischen Rundfunks 
entstandene Strategiepapier vermittle einen umfassenden Überblick 
über die Pläne und Positionen der ARD, unterstrich der 
ARD-Vorsitzende Fritz Raff: "Die Palette reicht von HDTV und Handy-TV
über ein Audio- und Videoportal bis hin zu digitalen Zusatzangeboten 
im Hörfunk. Wir wollen unserem Publikum großen Mehrwert ohne 
erheblichen Mehraufwand bieten - jetzt kommt es darauf an, dass wir 
die Politik überzeugen, uns das Tor in die digitale Welt rechtlich zu
öffnen".
Fernsehzuschauer und Radiohörer haben künftig die Möglichkeit, 
deutlich mehr Sendungen und Inhalte der ARD und ihrer 
Landesrundfunkanstalten unabhängig von Ort und Zeit zu nutzen. So 
könne beispielsweise ab dem 16. Juli die stündlich aktualisierte 
100-Sekunden-Tagesschau von EinsExtra jederzeit auf dem Handy 
abgerufen werden. Außerdem werde ein zentral auf www.ard.de 
zugängliches Audio- und Videoportal rechtzeitig zur Internationalen 
Funkausstellung Anfang September viele Fernseh- und Hörfunkinhalte 
der ARD und ihrer Landesrundfunkanstalten kostenfrei für einen 
Zeitraum von sieben Tagen zum Abruf bereitstellen.
Der ARD-Vorsitzende betonte, die ARD sehe in der Digitalisierung 
die große Chance, dass die Gebührenzahler von den Programmen und 
Inhalten der ARD noch mehr profitieren als im analogen Zeitalter: 
"Die Rundfunkgebühr wird in der digitalen Medienwelt zur 
Content-Flatrate für Qualitätsinhalte."  Zentrale Aufgabe der ARD in 
einer immer kommerzialisierteren Welt mit unzähligen 
Content-Angeboten sei es, den Bürgern Qualität, Orientierung und 
Verlässlichkeit zu bieten: "Trotz zunehmender Individualisierung und 
Nischenbildung wird sich die ARD mit den Themen auseinandersetzen, 
die unsere Gesellschaft als Ganzes angehen."
Gleichzeitig biete die Digitalisierung auch die Chance, verstärkt 
jüngere Zielgruppen zu gewinnen, sagte Raff: "Die stark ansteigende 
Nachfrage nach den Podcast-Angeboten der ARD zeigt erfreulicherweise,
dass selbst anspruchsvolle Kulturbeiträge und längere Wortsendungen 
auch jüngere Zielgruppen erreichen, wenn die Inhalte im Internet 
abrufbar sind." Zudem wolle die ARD den Rundfunk auch in der 
digitalen Welt als Kulturgut erhalten. "Allerdings müssen wir 
hinsichtlich Anmutung und inhaltlicher Gestaltung noch mehr auf die 
nachwachsenden Generationen zugehen."
Gremienvorsitzende: Mehrwert für die Gesellschaft schaffen
Die Gremienvorsitzendenkonferenz unterstützt die strategischen 
Planungen der ARD für die digitale Welt: "Wir halten es für richtig 
und wichtig, dass die ARD die digitalen Plattformen und 
Verbreitungswege offensiv nutzt. Allerdings muss die Schaffung von 
Mehrwert für die Gesellschaft (Public Value) auch und gerade in der 
digitalen Welt höchste Priorität behalten. In diesem Sinne ist das 
öffentlich-rechtliche Profil der ARD weiter zu schärfen. Die 
Digitalisierung bietet neue vielversprechende Chancen, die Jugend 
verstärkt für das öffentlich-rechtliche Angebot zu gewinnen. Diese 
Chancen gilt es jetzt konsequent zu nutzen", sagte der Vorsitzende 
der Gremienvorsitzendenkonferenz (GVK) der ARD, Volker Giersch.
Einstieg in HDTV zu Olympischen Spielen in Vancouver 2010
Den Einstieg in das hoch auflösende Fernsehen HDTV plant die ARD 
gemeinsam mit dem ZDF für 2010. Die Olympischen Winterspiele in 
Vancouver im Februar 2010 werden bereits in HD ausgestrahlt. Im 
Anschluss an die Olympischen Spiele wird das Erste simulcast in HD 
über Satellit gesendet. In den Folgejahren wird die ARD der 
Marktentwicklung entsprechend weitere ARD-Programme in HD-Qualität 
ausstrahlen. Gleichzeitig werden ARD-Programme und -Inhalte zunehmend
auch über Handy-TV empfangbar sein.
Öffentlich-rechtliches Profil der Digitalkanäle wird geschärft
Die Intendantinnen und Intendanten der ARD beschlossen in 
Saarbrücken, das öffentlich-rechtliche Profil der drei Digitalkanäle 
der ARD weiter zu schärfen: EinsExtra wird sich zu einem umfassenden 
Informationsprogramm mit verlässlichem Nachrichtenangebot für alle 
Nutzungsformen und Verbreitungswege weiter entwickeln. EinsPlus soll 
sich als Ratgeber-, Service- und Wissenskanal profilieren. 
EinsFestival wird sowohl in seinen Reportageformaten als auch im 
fiktionalen Bereich verstärkt ein jüngeres und bildungsaffines 
Publikum ansprechen. Der ARD-Vorsitzende betonte, die Fortentwicklung
der Digitalkanäle folge der Devise "Umbau statt Ausbau". Mehr als im 
analogen Zeitalter profitiere die ARD in der digitalen Welt von 
Synergien, Kooperationen und intelligenter Vernetzung vorhandener 
Inhalte.
Audio- und Videoportal
Um die Auffindbarkeit von Sendungen und Inhalten zu verbessern, 
wird die ARD ein  über  www.ARD.de zugängliches Audio- und 
Videoportal online stellen,  in  dem viele Sendungen und Inhalte der 
ARD-Programme gebündelt   werden,   die   zum   Abruf   bereit   
stehen.  Rechtzeitig  zur Internationalen Funkausstellung in Berlin 
werden zahlreiche Radio-Beiträge, ausgewählte  TV-Sendungen  und 
Podcasts im neuen Design präsentiert. Anders als  bei den bisherigen 
Mediatheken enthalte das Audio- und Videoportal der ARD  nicht nur 
Fernsehsendungen, sondern auch Hörfunk-Beiträge. Dabei nutze die  ARD
vorhandene  Strukturen und Synergien, sagte Raff:  "Das Portal ist 
eine Art virtuelle Eingangstüre, die zu den dezentralen Inhalten der 
Landesrundfunkanstalten führt. Die Nutzer haben dennoch den Eindruck 
eines übersichtlichen und funktional einheitlichen ARD-Players."  Für
zusätzliche Orientierung sorgen redaktionelle Module wie "Best 
of"-Kategorien oder aktuelle Themenpakete.
Peter Boudgoust, Intendant des bei ARD.de federführenden SWR: 
"Unsere Zuschauer und Zuhörer können im Online-Portal bei ARD.de 
künftig die beliebtesten Sendungen auch nach deren Ausstrahlung noch 
nutzen, ganz einfach per Mausklick und selbstverständlich kostenfrei.
Wir schaffen hier mit Hilfe der digitalen Technologie einen Mehrwert,
der allen zugute kommt."
Digitale Zusatzangebote im Hörfunk
Auch das Radio will die ARD in der digitalen Welt als 
eigenständiges Medium weiterentwickeln. Um den Radiohörern den 
Übergang in das digitale Zeitalter zu erleichtern, dürfe nicht nur 
technischer, sondern müsse auch inhaltlicher Mehrwert geboten werden,
sagte Raff. Die Landesrundfunkanstalten der ARD bereiten deshalb 
gemeinsame programmliche Konzepte für digitale Zusatzangebote in den 
Themenbereichen Kinder, Wissen und Integration vor. Dabei würden 
bereits vorhandene Beiträge und Sendungen zu neuen Formaten 
zusammengestellt: "Diese Zusatzangebote, die sich aus vorhandenen 
Beiträgen speisen, werden von einer Landesrundfunkanstalt 
federführend gebündelt und als Gemeinschaftsleistung der ARD 
angeboten." Das Deutschlandradio sei dabei ausdrücklich zur Mitarbeit
eingeladen.
Das Strategiepapier wird kontinuierlich weiter entwickelt, sowohl 
von Seiten der Gremien der Landesrundfunkanstalten als auch auf 
ARD-Ebene durch die ARD-Strategiegruppe.

Pressekontakt:

ARD-Pressestelle
Funkhaus Halberg
66100 Saarbrücken
0681-602-2040
pressestelle@ard.de

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