Sonderbeauftragter für Flüchtlingsfragen reist nach Mexiko und Texas
Bonn (ots)
Die diesjährige Reise des Sonderbeauftragten für Flüchtlingsfragen und Vorsitzenden der Migrationskommission der Deutschen Bischofskonferenz führt Erzbischof Dr. Stefan Heße (Hamburg) auf den amerikanischen Kontinent. Vom 20. bis 27. August 2026 wird er sich in Mexiko und Texas (USA) über die Situation von Geflüchteten und Migranten informieren. Gestern (19. August 2026) ist er in Mexiko-Stadt eingetroffen.
"In den vergangenen Jahren sind zahlreiche Menschen aus dem südlichen Amerika in Richtung Norden aufgebrochen. Ob sie vor Gewalt und Repression fliehen müssen oder der Not und Perspektivlosigkeit in ihrer Heimat entkommen wollen - sie eint die Hoffnung auf ein Leben in Sicherheit und Würde in den USA. Vor allem in den letzten Jahren ist für viele dieser Menschen Mexiko jedoch zur Endstation geworden. Die Politik der aktuellen US-Regierung ist nicht nur restriktiv, sondern weist humanitären Grundsätzen kaum Bedeutung zu. Das wird auch von der katholischen Kirche in den USA immer wieder nachdrücklich kritisiert.
Erschwerend kommt hinzu, dass auch die internationale Hilfe stark unter Druck geraten ist. Während meiner Reise nach Mexiko und in die USA werde ich Geflüchteten und Migranten auf beiden Seiten der Grenzbefestigung begegnen. Und ich werde die Möglichkeit haben, Initiativen kennenzulernen, die bemüht sind, die Not der Menschen zu lindern. In einem Umfeld, in dem Haftanstalten statt Herbergen errichtet werden, darf die Stimme der Kirche nicht fehlen. In Mexiko und Texas möchte ich ein Zeichen der Solidarität und Mitmenschlichkeit setzen", so Erzbischof Heße nach seiner Ankunft in Mexiko.
Zu Beginn seiner Reise wird sich der Sonderbeauftragte in der mexikanischen Hauptstadt mit Vertretern aus Politik, Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Kirche austauschen. Vorgesehen sind auch Begegnungen mit Repräsentanten des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) und der Internationalen Organisation für Migration (IOM). Bei Besuchen mehrerer kirchlicher Initiativen wird Erzbischof Heße die Gelegenheit haben, Geflüchtete und Migranten aus verschiedenen Regionen des amerikanischen Kontinents zu treffen.
In der Stadt Tapachula in Chiapas, einem strukturell benachteiligten Bundesstaat im Süden Mexikos, wird Erzbischof Heße Einblicke in die Lage an der Grenze zu Guatemala erhalten. Dabei wird er unter anderem das dortige "Multiservice-Center" des UNHCR, Projekte des Jesuiten-Flüchtlingsdienstes (JRS) sowie diözesane Hilfsangebote kennenlernen.
Einen weiteren Schwerpunkt der Reise wird die Situation im Grenzgebiet zwischen Mexiko und den USA bilden. Geplant ist, dass der Sonderbeauftragte sowohl im mexikanischen Ciudad Juárez als auch im texanischen El Paso mit geflüchteten Menschen zusammentrifft. Die angespannte humanitäre Lage vor Ort wird auch im Fokus des Austauschs mit dem Bischof von El Paso und Vertretern von Hilfsorganisationen in der Grenzregion stehen. Auf verschiedenen Stationen seiner Reise will der Erzbischof Gottesdienste mit Schutzsuchenden und Migranten feiern und so ein Zeichen der geistlichen Verbundenheit aussenden.
Hintergrund
Die vergangenen flüchtlingspolitischen Solidaritätsreisen führten Erzbischof Heße nach Ägypten (2025), Kenia (2024), nach Griechenland und in die Türkei (2023), nach Polen und in die Ukraine (2022), nach Marokko (2020), Äthiopien (2019), Sizilien (2017) und in den Libanon (2016).
Wichtige Hinweise für Medienvertreter:
Interviews mit Erzbischof Dr. Stefan Heße sind während der Reise je nach Programm und Zeitverschiebung möglich. Anfragen richten Sie bitte an die Pressestelle der Deutschen Bischofskonferenz (E-Mail: pressestelle@dbk.de).
Fotos der Reise in Druckqualität sind kostenfrei in der DBK-Mediendatenbank unter Angabe des Copyrights Deutsche Bischofskonferenz/Daniela Elpers verfügbar. Die Foto-Auswahl wird während der Reise ständig erweitert.
Informationen zur Reise finden sich auch unter www.dbk.de auf der Themenseite Flüchtlingshilfe unter Informationsreisen / Reise nach Mexiko und Texas.
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