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Der Tagesspiegel: IG Metall: Bahn setzt Jobs in der Industrie aufs Spiel

Berlin (ots)

Die Deutsche Bahn setzt nach Ansicht der
Gewerkschaft IG Metall mit ihrer zögerlichen Auftragsvergabe Jobs in 
der Bahn-Industrie aufs Spiel. "Massive Arbeitsplatzverluste bei den 
großen Systemhäusern und der Schienenfahrzeugzulieferindustrie", 
befürchtet die IG Metall, sollte der Konzern nicht bald neue Aufträge
für die Nachfolge der IC-Züge vergeben. Das geht aus einem Schreiben 
hervor, das IG-Metall-Chef Berthold Huber sowie Betriebsräte der 
Hersteller Siemens, Alstom und Bombardier an Bahn-Chef Rüdiger Grube 
und zahlreiche Verkehrspolitiker im Bundestag gesendet haben. Es 
liegt dem Tagesspiegel (Freitagausgabe) vor. Die Arbeitnehmer 
verlieren nun die Geduld. "Eine Verzögerung des Verfahrens wäre 
gerade in der tiefen Wirtschaftskrise ein fatales Signal für die 
Zukunftsfähigkeit der heimischen Bahnindustrie und der Deutschen 
Bahn", schreiben die Bahnindustrie-Betriebsräte mit Blick auf die 
sich verschlechternde Auftragslage. Gewerkschaftschef Huber ergänzt: 
"Die Sicherheit der Arbeitsplätze in der Bahnindustrie hängt 
maßgeblich von der Bestellpolitik der Deutschen Bahn ab."
Hintergrund ist die seit Sommer 2008 laufende Ausschreibung von 
insgesamt 300 Zügen, die die IC- und später die ICE-1-Züge bei der 
Bahn ersetzen sollen. Die Bahn hatte kürzlich geklagt, die 
Preisvorstellungen der Industrie seien zu hoch. Die Verhandlungen mit
den Herstellern sind noch immer nicht beendet.
"Eine rasche Auftragsvergabe könnte rund 4000 Arbeitsplätze 
dauerhaft sichern", sagte Ronald Pörner, Hauptgeschäftsführer beim 
Verband der Bahnindustrie. Der Auftrag könne für eine 
"Grundauslastung" der deutschen Werke in den kommenden Jahren sorgen.
Siemens-Konzernbetriebsratschefin Bettina Haller macht sich ebenfalls
Sorgen. "Kunden werden sich fragen, warum sie denn noch bei Siemens 
bestellen sollen, wenn wir nicht einmal auf dem Heimatmarkt unsere 
Züge verkaufen können."
Inhaltliche Rückfragen richten Sie bitte an:
Der Tagesspiegel, Ressort Wirtschaft, Tel. 030-29021-14603.

Pressekontakt:

Der Tagesspiegel
Chef vom Dienst
Thomas Wurster
Telefon: 030-260 09-308
Fax: 030-260 09-622
cvd@tagesspiegel.de


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