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Der Tagesspiegel: Wirtschaftsweiser Schmidt: Staat muss Banken Pleite gehen lassen - "Schlimmste Zeit der Krise liegt noch vor uns"

Berlin (ots)

Der Wirtschaftsweise Christoph Schmidt hat sich
gegen eine staatliche Rettung aller Not leidenden Banken 
ausgesprochen. "Banken, die weder überlebensfähig noch systemrelevant
sind, muss der Staat Pleite gehen lassen", sagte das neue Mitglied im
Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen 
Entwicklung dem Tagesspiegel (Dienstagausgabe). Dringend nötig sei 
die Neuorganisation der Landesbanken. "Wenn aus den sieben schwachen 
Häusern nicht schnell ein oder zwei starke werden, dauert deren Krise
länger als nötig."
Schmidt rechnet nicht mit einer schnellen Erholung der 
Wirtschaft. "Die schlimmste Zeit der Krise liegt noch vor uns, es 
werden Hunderttausende Arbeitsplätze verloren gehen." Es werde vor 
allem die Branchen Maschinenbau, Auto und Chemie treffen. "Bis zu 
acht Quartale ohne Wachstum sind durchaus möglich." Es dauere 
womöglich länger als bis Anfang 2010, bevor die deutsche Wirtschaft 
wieder wachse. Eine große Depression wie 1929 werde es aber nicht 
geben. Für dieses Jahr erwartet der Ökonom, der Präsident des 
Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) in 
Essen ist, ein Minus von 4,3 Prozent.
Skeptisch beurteilt der Wirtschaftsweise die Forderungen nach 
einem dritten Konjunkturpaket. Noch wirke nicht einmal das zweite 
Paket, zudem hülfen Ausgabenprogramme nur begrenzt. "Wenn die 
Weltwirtschaft nicht in Schwung kommt, wird auch Deutschland nicht 
wachsen, selbst beim vierten oder fünften Konjunkturpaket nicht", 
sagte Schmidt.
Inhaltliche Rückfragen richten Sie bitte an:
Der Tagesspiegel, Ressort Wirtschaft, Telefon 030/26009-260

Pressekontakt:

Der Tagesspiegel
Chef vom Dienst
Thomas Wurster
Telefon: 030-260 09-308
Fax: 030-260 09-622
cvd@tagesspiegel.de


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