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Der Tagesspiegel: Deutsche Verteidigungspolitiker sehen Isaf-Einsatz gegen Drogen in Afghanistan skeptisch

    Berlin (ots) - Berlin  - Deutsche Verteidigungspolitiker haben Bedenken gegen einen verstärkten Einsatz der Afghanistan-Schutztruppe Isaf  gegen den Drogenhandel. Der  SPD-Verteidigungspolitiker  Rainer Arnold sagte dem "Tagesspiegel" (Donnerstag),  man müsse sich   darüber im Klaren sein, dass der direkte Einsatz von Isaf-Soldaten gegen Drogenlabore zu "neuen, zusätzlichen Konflikten" führe. Im Norden des Landes müsse der Anti-Drogen-Kampf  weiter "ein afghanisches Gesicht" behalten, forderte Arnold. Gleichzeitig rief der SPD-Politiker die Bundesregierung auf, keine Blockadehaltung einzunehmen, falls die Einsatzplanung der Isaf beim Anti-Drogen-Kampf geändert werden sollte. Im Süden und Osten Afghanistans müsste die Isaf dabei "eine aktivere Rolle" übernehmen, sagte er.

      Der Grünen-Verteidigungsexperte Winfried Nachtwei wandte sich
grundsätzlich  gegen eine Ausweitung des Isaf-Einsatzes auf den Kampf
gegen die Drogenproduktion. Auch wenn die Bundeswehr nicht am
Anti-Drogen-Kampf beteiligt wäre, so sei dennoch damit zu rechnen,
dass auch im Norden Afghanistans "die Eskalation beschleunigt würde".
Die Afghanen sollten beim Einsatz gegen die Drogenproduktion
unterstützt werden, "aber die Isaf sollte nicht in die erste Reihe
gehen", forderte er.

    Auch die FDP-Verteidigungspolitikerin Birgit Homburger bezeichnete einen direkten Einsatz der Isaf-Truppe gegen die Drogenproduktion als "sehr schwierig". Die Schutztruppe solle die einheimischen Behörden   bei dieser Aufgabe unterstützen, sofern dies von den Afghanen gewünscht werde. Der Einsatz gegen die Drogenproduktion sei "zunächst eine Aufgabe für die Afghanen, nicht aber für die Isaf-Schutztruppe", sagte sie weiter.

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