Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft

Stifterverband: Potentiale von Stiftungshochschulen besser nutzen

    Hannover (ots) -

    Niedersachsens Hochschulen können ihre Unabhängigkeit bisher nur     unzureichend ausschöpfen - Finanznot beschneidet Freiräume -     privates Kapital kann staatliche Finanzierung nicht ersetzen

    Anlässlich der Jahressitzung seines Landeskuratoriums Niedersachsen am 23.3.2006 bilanzierte der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft die Erfahrungen aus drei Jahren Stiftungshochschulen. "Die autonome Stiftungshochschule hat das Zeug zum Erfolgsmodell", erklärte Manfred Bodin, Vorsitzender des Landeskuratoriums und vormals Vorstandsvorsitzender der Norddeutschen Landesbank. Allerdings beschneide die seit Jahren rückläufige staatliche Finanzierung die Chancen der Hochschulen zur Profilbildung. "Die gewünschte eigene Profilierung wird durch das restriktive Finanzierungsverhalten der öffentlichen Hand stark beeinträchtigt", warnte Bodin.

    Zum 1. Januar 2003 hatte Niedersachsens Landesregierung fünf Hochschulen in die Trägerschaft öffentlich-rechtlicher Stiftungen überführt und ihnen weitgehende Autonomie eingeräumt. "Der Zugewinn an Autonomie wirkt sich vor allem in Berufungsverfahren positiv aus. Diese haben sich erkennbar beschleunigt", lobte Andreas Schlüter, Generalsekretär des Stifterverbandes. Es müsse aber verhindert werden, dass die staatliche Steuerung über zu detaillierte Zielvereinbarungen zwischen Ministerium und Hochschulen durch die Hintertür wieder eingeführt werde, so Schlüter.

    Der Stifterverband warnte zugleich vor übertriebenen Hoffnungen. Privates Kapital und die Spenden von ehemaligen Absolventen könnten die Lücken in der staatlichen Finanzierung bei weitem nicht decken. "Private Förderer halten den Geldbeutel zu, wenn sie sich als Lückenbüßer für fehlendes staatliches Engagement empfinden müssen", mahnt Schlüter. Eine Kultur umfangreicher privater Wissenschaftsförderung wie in angelsächsischen Ländern müsse in Deutschland erst langsam reifen und setze einen erheblichen gesellschaftlichen Bewusstseinswandel voraus.

    Die Landeskuratorien des Stifterverbandes dienen dem Austausch über wissenschaftspolitische Fragen. In ihnen begegnen sich Spitzenvertreter aus Unternehmen vor allem der regionalen mittelständischen Wirtschaft und Repräsentanten aus Wissenschaft und Politik des Landes.

    Der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft entwickelt Förderprogramme und unterstützt Initiativen, die exemplarisch zur Lösung von strukturellen Problemen in Hochschule und Wissenschaft beitragen. Er vereint rund 3000 Unternehmen, Unternehmensverbände und Privatpersonen.

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