Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft

Stifterverband: Baden-Württemberg und Bayern sind Spitzenreiter bei der MINT-Nachwuchsförderung

Berlin (ots) - Bundesländer mit hohem Fachkräftebedarf in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) fördern besonders stark den akademischen MINT-Nachwuchs. Die besten Ergebnisse erzielen Baden-Württemberg und Bayern. Gute Resultate erreichen auch Bremen, Brandenburg und Berlin trotz geringerer Nachfrage auf dem regionalen Arbeitsmarkt. Sie versorgen dafür andere Regionen mit Fachkräften und MINT-Kompetenzen. Das ist das Ergebnis des aktuellen Länderchecks des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft.

Die süddeutschen Bundesländer fördern überdurchschnittlich gut ihren MINT-Nachwuchs, um der starken Nachfrage nach Fachkräften nachzukommen und Engpässe auf dem Arbeitsmarkt zu verhindern. Bayern und Baden-Württemberg erreichen die besten Bewertungen aller Bundesländer bei der Entwicklung der Studierendenzahlen und schneiden auch in der Kategorie wissenschaftliches Personal überdurchschnittlich gut ab. Trotzdem können in dieser Region nicht alle offenen Stellen besetzt werden.

Die größten Fachkräfteengpässe hat Baden-Württemberg, obwohl rund 30 Prozent aller Absolventen ein MINT-Fach studiert haben. Das ist der höchste Wert aller Bundesländer. Auch die Zahl der Wissenschaftler in den Technik-Fächern deutlich zugenommen. Eine besonders hohe Zuwachsrate von Studienanfängern gibt es in Bayern, 42 Prozent im MIN-Bereich und 54 Prozent im T-Bereich. Damit liegt Bayern jeweils mehr als zehn Prozentpunkte über dem Bundesdurchschnitt.

Ebenfalls gute Ergebnisse im Ländervergleich erzielen Hessen, Bremen, Berlin und Brandenburg. Damit sorgen auch Bundesländer für ein steigendes MINT-Angebot an Hochschulen, die selbst einen geringeren MINT-Fachkräftebedarf haben.

"Die Bundesländer, die die höchste Nachfrage an MINT-Fachkräften haben, sind auch am aktivsten bei der Ausbildung entsprechender Fachkräfte. Andere eher strukturschwache Bundesländer bilden aber auch über ihren Bedarf aus. Von den MINT-Stärken dieser Bundesländer profitieren die wirtschaftsstarken Regionen, insbesondere in Süddeutschland. Es findet also ein Transfer in umgekehrter Richtung zum Länderfinanzausgleich statt", fasst Volker Meyer-Guckel, stellvertretender Generalsekretär des Stifterverbandes, die Ergebnisse des Länderchecks zusammen.

"Der Ländercheck zeigt, dass die Ausbildungsanforderungen aus der Wirtschaft gehört werden und die entsprechenden Akteure darauf reagieren. Hochschulen nehmen ihre Aufgabe als Innovationsfaktor ernst", erklärt Horst Nasko, Vorstand der Heinz Nixdorf Stiftung. "Allerdings ändern sich die Anforderungen des Arbeitsmarktes oft schneller als die Ausbildungszyklen. So wird es kein dauerhaftes Gleichgewicht zwischen Fachkräfte-Angebot und -Nachfrage geben. Ziel der Wissenschafts- und Strukturpolitik sollte es dennoch sein, den regionalen Bedarf und das regionale Angebot zu koordinieren oder die Ausbildungsleistungen in den Finanzbeziehungen der Bundesländer zu berücksichtigen, da die Gelder dafür aus den Haushalten der Bundesländer kommen."

Vier strukturschwache Bundesländer bilden die Schlussgruppe im aktuellen Ländercheck: Mecklenburg-Vorpommern, das Saarland, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein.

Obwohl die Anzahl der Studienanfänger im MINT-Bereich im Durchschnitt stark steigt (MIN-Fächer +32 Prozent und T-Fächer +41 Prozent), haben vier ostdeutsche Bundesländer zwischen 2008 und 2013 Studienanfänger verloren. Demzufolge gibt es hier auch geringe Zuwachsraten beim Lehrpersonal. In Mecklenburg-Vorpommern geht beispielsweise der Ausbau der MINT-Fächer nur langsam voran. Das Lehrpersonal nahm in den MIN-Fächern lediglich um 13 Prozent zu, in den T-Fächern um 8 Prozent, bundesweit sind es 25 Prozent (MIN) und 35 Prozent (T).

Neben der Anzahl von Studierenden und des Lehrpersonals untersucht der Ländervergleich auch die Diversität. Hier sieht der Ländercheck nach wie vor großen Handlungsbedarf. Trotz der vielen Initiativen in Schulen und Hochschulen hat sich das Bild in den letzten Jahren nicht verändert. Im Gegenteil. In den naturwissenschaftlichen Fächern sinkt sogar der Frauenanteil. Rückläufig ist auch der Anteil internationaler Studierender, selbst beim Gesamtsieger Baden-Württemberg. Und Bayern liegt bei den Ingenieuren im Vergleich des Anteils internationaler Studierender nur auf Platz 15 von 16 Bundesländern. Während in Brandenburg die Zahl der MINT-Studierenden abnimmt, ist das Bundesland bei der Diversität bundesweiter Spitzenreiter. 29 Prozent der Studierenden in den Ingenieurswissenschaften sind Frauen, 19 Prozent der T-Studierenden kommen aus dem Ausland.

Mehr Informationen zum Ländercheck finden Sie unter: www.laendercheck-wissenschaft.de/mint

Der Ländercheck MINT ist Teil der gemeinsamen Initiative "Innovationsfaktor Hochschule" des Stifterverbands und der Heinz Nixdorf Stiftung. Ziel der Partnerschaft ist es, innovative Hochschulen zu unterstützen und die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Wissenschaft zu stärken.

Pressekontakt:

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