Alle Storys
Folgen
Keine Story von Jürgen Reinmuth mehr verpassen.

Jürgen Reinmuth

Mitochondriale Medizin: Warum immer mehr Praxen auf IHHT setzen

Mitochondriale Medizin: Warum immer mehr Praxen auf IHHT setzen
  • Bild-Infos
  • Download

Von der Nische zum Trend: Das steckt hinter dem wachsenden Interesse an mitochondrialen Therapieansätzen - und was Mediziner jetzt wissen müssen - mit Experte Jürgen Reinmuth

Rund 800 Arztpraxen und therapeutische Einrichtungen in Deutschland nutzen das Intervall-Hypoxie-Hyperoxie-Training heute bereits als festen Bestandteil ihres Angebots. Branchenexperten rechnen in den nächsten fünf Jahren mit einer Vervielfachung der Therapieform.

Doch was steckt hinter diesem Wachstum? Mitochondriale Therapieansätze galten lange als Randthema der Komplementärmedizin, kaum beachtet von der evidenzorientierten Ärzteschaft. Inzwischen fragen immer mehr niedergelassene Mediziner und Therapeuten danach. Jürgen Reinmuth, Gründer von IHHT Therapiekonzept, beobachtet diesen Wandel seit 19 Jahren aus erster Reihe und kennt die Treiber, die das Feld gerade fundamental verändern.

Was das Interesse an mitochondrialen Therapieansätzen befeuert

Einfach gesprochen, handelt es sich primär um ein handfestes Versorgungsproblem. Patientengruppen mit chronischer Erschöpfung, Stoffwechselstörungen oder Post-Covid erhalten von der Schulmedizin keine befriedigenden Antworten mehr. Trotz unauffälliger Laborbefunde und zahlreich getesteter Therapieoptionen kann ihnen nicht geholfen werden.

Praktizierende Heilkundige sowie Therapeuten suchen aktiv nach ergänzenden Herangehensweisen, die medizinischer Substanz standhalten.

Als zweiter Katalysator zeigt sich die Wissenschaft. Mit der Auszeichnung der HIF-Forschung durch den Nobelpreis 2019 rückte die Rolle des Hypoxie-induzierten Faktors in den akademischen Fokus. Mitochondriale Dysfunktion wird seither vermehrt mit Erschöpfungssyndromen in Verbindung gebracht, wodurch der wissenschaftliche Rückenwind wächst.

Zuletzt kommt die Longevity-Medizin, ehemals als Anti-Aging-Medizin bekannt, hinzu. Lange bekannt als Nischenbegriff, hat sich daraus ein medizinisches Feld entwickelt. Patienten sind auf der Suche nach präventiven Ansätzen, die zelluläre Wirktiefe, unabhängig von Alter oder Risikogruppe, aufweisen.

IHHT nimmt in diesem Kontext die Position auf Basis eines medizinisch fundierten Ansatzes ein: keine Lifestyle-Maßnahme, sondern eine messbare Verbesserung des Zellstoffwechsels auf diagnostischer Grundlage. Reinmuth benennt die Verschiebung mit konkreten Zahlen: "Wir sind von zwei bis drei Geräten im Jahr auf über achtzig gewachsen. Ganz ohne Marketing, allein weil die Praxen mit ihren bisherigen Therapieangeboten an die Grenzen geraten."

Was leisten IHHT-Geräte auf zellulärer Ebene?

Das Verfahren beruht auf einem präzisen biologischen Mechanismus. Patienten atmen über eine Maske abwechselnd sauerstoffarme und sauerstoffreiche Luft über 30 bis 40 Minuten ein.

Die Sauerstoffschwankungen setzen gezielte Reize auf die Mitochondrien: Über Aktivierung des HIF-1alpha-Signalwegs werden beschädigte mitochondriale Strukturen durch Mitophagie abgebaut, während parallel die Biogenese neuer, funktionsfähiger Einheiten beginnt.

Hinzu kommt die Variable des CO2-Levels. Der sogenannte Bohr-Effekt reguliert das CO2-Niveau über die Sauerstoffabgabe ans Gewebe maßgeblich. Klinisch relevante Messparameter bilden daher SpO2, Herzratenvariabilität sowie CO2-Toleranz ab.

Entscheidend für die Ergebnisqualität ist die Gerätetechnologie, gemeinsam mit diagnostischer Vorbereitung.

Warum wurde IHHT bislang unterschätzt

Der Weg in die breite medizinische Praxis verlief keinesfalls geradlinig. Fehlende Protokolle, vereinzelte Heilversprechen und mangelnde Wirtschaftlichkeitsdaten hielten evidenzorientierte Mediziner lange auf Abstand. Diese Hürden lösen sich derzeit durch eine steigende Zahl an Erfahrungsträgern, erste einheitliche Standards sowie transparentere Daten zur Amortisation auf. Früher belastet mit Skepsis, entsteht nun ein Fundament für Entscheidungen.

Der Wendepunkt: Was sich in den letzten fünf Jahren verändert hat

Faktisch haben sich in kurzer Zeit mehrere Entwicklungen überlagert. Doch insbesondere Long-Covid trug seinen Anteil dazu bei: Über drei Millionen in der Bundesrepublik Betroffene erzeugen einen Nachfragedruck, dem herkömmliche Therapieansätze kaum begegnen können. Parallel dazu wird der Wissenstransfer erstmals systematisiert. Strukturierte Begleitprogramme weichen einzelnen Versuchseinrichtungen. In Kombination mit wachsender Digitalisierung wurden zudem HRV- und CO2-Messung günstiger als auch praxistauglicher.

Reinmuth, der Mediziner und Therapeuten dauerhaft begleitet, beschreibt seine Erfahrung so: "Fragen in der Langzeitanwendung werden zur Entscheidung. Sie erbringen die wahren Erkenntnisse des Therapieansatzes. Bis jetzt ist das durchaus vielversprechend, das Feld konnte reifen."

Grundsätzliches, das vor der Investition in ein IHHT-Gerät geklärt sein muss

Bei einer Investition im Preissegment von 20.000 bis 30.000 Euro trägt die Qualität des Anbieters zum Erfolg bei. Der Einstieg mit wissenschaftlichem Anspruch erfordert die Prüfung folgender zentraler Punkte:

  • Liefert der Hersteller respektive Dienstleister ein frei programmierbares System oder lediglich Autopilot-Protokolle?
  • Wird CO2- und HRV-Diagnostik unterstützt oder muss sie extern beschafft werden?
  • Ist das Schulungskonzept auf echtes Anwendungs-Know-how ausgerichtet oder allein auf die Gerätebedienung beschränkt?
  • Gibt es einen persönlichen Ansprechpartner mit klinischer Erfahrung, nicht nur technischem Support?

"Die Einrichtungen mit dauerhaftem Erfolg haben eines gemeinsam: Sie behandeln IHHT als Kompetenz. Das entscheidet am Ende darüber, ob eine Investition Früchte trägt", betont Reinmuth.

Wohin entwickelt sich das Feld?

IHHT steht am Wendepunkt. Die Nachfrage nimmt deutlich zu, die wissenschaftliche Basis festigt sich, und der Präventionsgedanke verleiht dem Verfahren eine neue gesellschaftliche Relevanz. Eine dauerhafte Etablierung ist allerdings nur möglich, wenn die Branche nach einheitlichen Maßstäben handelt und dafür sorgt, dass nur noch seriöse Anbieter den Markt bereichern.

Reinmuth denkt dabei bereits über die therapeutische Anwendung hinaus: "Ich sehe das so, dass wir in den kommenden Jahren Plätze schaffen müssen, die selbst vitale Menschen regelmäßig aufsuchen können im Rahmen ihrer eigenen Gesundheitsprävention."

Fazit

Das Wachstum von IHHT folgt einem tieferliegenden Versorgungsproblem. Über die positiven Effekte einer Implementierung entscheidet dabei weniger die Technologie als vielmehr die Qualität des Anbieters dahinter. Beides zusammen macht deutlich: Das Feld braucht verbindliche Maßstäbe und Mediziner mit wissenschaftlichem Anspruch, um diesen Prozess aktiv mitzugestalten.