Bundesverband Praktizierender Tierärzte e.V.
bpt, VUK und WFG: Zukunft der Tiermedizin entscheidet sich an der freien Praxis
Frankfurt am Main/Berlin/München (ots)
Verbände der praktizierenden Tiermedizin fordern eine verlässliche GOT, im Interesse von Praxen und Angestellten gleichermaßen
Die Verbände bpt, VUK und WFG beziehen mit einer klaren gemeinsamen Position zur wirtschaftlichen Lage der Tiermedizin Stellung. Sie warnen davor, die wirtschaftliche Zukunft des Berufs auf einen Verteilungskonflikt zwischen Tierhaltern, Angestellten und Praxen zu verengen. Alle Seiten sind auf eine wirtschaftlich tragfähige Tiermedizin angewiesen. Im Mittelpunkt muss die eigentliche Existenzfrage stehen: Lohnt sich eine eigene, inhabergeführte Tierarztpraxis in Deutschland überhaupt noch?
Der Befund ist alarmierend: Nach der aktuellen Tierärztestatistik der Bundestierärztekammer ist die Zahl der Niedergelassenen 2025 erneut gesunken, auf nun 11.216, während die Zahl der Angestellten weiter gestiegen ist, auf nun 12125. In den meisten Kammerbereichen geht die Zahl der Tierarztpraxen zurück, und der Berufsstand altert. Immer weniger Tierärztinnen und Tierärzte wagen den Schritt in die Selbstständigkeit. Das hat Folgen für die flächendeckende Versorgung im Klein- wie im Großtierbereich, vor allem in ländlichen Regionen. Damit vermindert sich auch die Verfügbarkeit von Arbeitsplätzen für angestellte Tierärztinnen und Tierärzte.
Faire Gehälter und gute Arbeitsbedingungen sind für bpt, VUK und WFG nicht nur ein Anliegen, sondern die Basis moderner Tiermedizin. Sie entscheiden darüber, ob der Beruf attraktiv bleibt und ob Praxen die Fachkräfte finden, die sie brauchen. Möglich sind gute Bedingungen aber nur auf einer wirtschaftlich tragfähigen Grundlage, und genau hier wächst der Druck durch Kostensteigerungen: bei Energie, Personal, Material und Bürokratie.
"Immer weniger Kolleginnen und Kollegen wagen die eigene Niederlassung. Deshalb brauchen wir bei der gerade laufenden Evaluation der tierärztlichen Gebührenordnung (GOT) das richtige Augenmaß, das die tatsächlichen Kosten abbildet und so sichere Arbeitsplätze und eine flächendeckende Versorgung erhält", erklären Heiko Färber (bpt), Oliver Volin (VUK) und Dr. Stefan von Rüden (WFG), die Geschäftsführer der drei Verbände, in einer gemeinsamen Erklärung.
Im laufenden Evaluationsprozess erwarten bpt, VUK und WFG eine verlässliche GOT mit einem regelmäßigen Anpassungsmechanismus, die die tatsächlichen Kosten der Praxen abbildet und so das Fundament der freien, inhabergeführten Praxis mit tragfähigen Praxiskonzepten sichert.
Quelle: Bundestierärztekammer (BTK), Tierärztestatistik 2025, Pressemitteilung vom 1. Juni 2026 (Datenstand 31. Dezember 2025), bundestieraerztekammer.de.
Über die Verbände:
Der Bundesverband praktizierender Tierärzte e.V. (bpt) ist die führende unabhängige Interessenvertretung der praktizierenden Tierärztinnen und Tierärzte in Deutschland. Er vertritt die berufsspezifischen rechtlichen, wirtschaftlichen und politischen Interessen seiner rund 7.150 Mitglieder gegenüber Politik, Medien, berufsrelevanten Organisationen und Verbänden. Er setzt sich für die Verbesserung der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen für die tierärztliche Tätigkeit ein, unterstützt seine Mitglieder bei der Existenzsicherung und -gestaltung und bietet ihnen praxisorientierte Fortbildung. Die Landesverbände, Bezirks- und Kreisgruppen ergänzen seine Arbeit im regionalen Bereich. Präsident des Bundesverbandes ist Dr. Siegfried Moder.
Pressekontakt: Heiko Färber, bpt.faerber@tieraerzteverband.de, www.tieraerzteverband.de
Der WFG - Wirtschaftsverband Freier Großtierärzte GmbH (WFG) ist ein moderner Arbeitgeberverband und bundesweites Netzwerk freiberuflicher, inhabergeführter Nutztierpraxen mit Schwerpunkt auf Schweine- und Rindermedizin. Er vertritt die wirtschaftlichen und berufspolitischen Interessen seiner Mitglieder gegenüber Verbänden, Verwaltung und Öffentlichkeit und setzt sich für nachhaltige Versorgungsstrukturen sowie den Abbau bürokratischer Hürden in Nutztiermedizin und Landwirtschaft ein. Als Arbeitgeberverband stärkt der WFG die Attraktivität des Berufs im ländlichen Raum und eröffnet überregionale Karriereperspektiven, für die aktuelle wie für die nächste Generation von Nutztierärztinnen und Nutztierärzten in einem freien Praxisnetzwerk.
Pressekontakt: Dr. Stefan von Rüden, vonrueden@wfg-vet.de, www.wfg-vet.de
Der Verbund Unabhängiger Kleintierkliniken e.V. (VUK) vertritt die Interessen von privaten und inhabergeführten Kleintierkliniken, Tiergesundheitszentren und auf Klinikniveau arbeitenden Kleintierpraxen. Er versteht sich als Arbeitgeberverbund und entwickelt Strategien und Lösungen für die Zukunftsfähigkeit seiner Mitglieder. Im Mittelpunkt der Arbeit des VUK stehen das Wohl und die Stärkung des tierärztlichen Berufsstandes, Impulse für die innovative Tiermedizin, die Aufwertung des Arbeitgeberimages und die gezielte Förderung der angestellten TierärztInnen, der Tiermedizinischen Fachangestellten und der Studierenden in einem starken Netzwerk. Jedes Mitglied im VUK behält seine Individualität und seine Selbständigkeit. Pressekontakt: Oliver Volin, volin@vuk-vet.de, www.vuk-vet.de
Pressekontakt:
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Ansprechpartner:
Dr. Ursula von Einem
T. 069/669818-15
Fax 069/669818-55
E-Mail: bpt.von.einem@tieraerzteverband.de
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