Wichtiger Schritt zur Umsetzung der europäischen Manufacturing-X-Vision
Catena-X trifft Factory-X: GEC und Cofinity-X realisieren Showcase für interoperablen Datenaustausch
Limburg/Köln (ots)
Die German Edge Cloud (GEC) und Cofinity-X setzen einen der ersten Showcases für interoperablen Datenaustausch zwischen Catena-X und Factory-X um. Ziel ist ein durchgängiger, souveräner Datenfluss über Unternehmens- und Branchengrenzen hinweg. Dies markiert einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu nahtlos vernetzten Manufacturing-X-Architekturen in Europa.
Im Zentrum des Showcases steht die technische Verzahnung zweier zentraler Industrieökosysteme: Catena-X als offener, föderierter Datenraum für die Automobilindustrie und Factory-X als branchenübergreifende Referenzarchitektur für die digitale, vernetzte Produktion. Der Demonstrator zeigt, wie Identitäten, Zugriffsrechte und Datenschnittstellen so aufeinander abgestimmt werden, dass ein konsistenter Datenaustausch über Domänen- und Branchengrenzen hinweg möglich wird.
Von der Produktion in den Datenraum
Die technische Grundlage der Intra-Factory-Integration bilden das ONCITE Digital Production System (DPS) der German Edge Cloud und Dataspace OS von Cofinity-X. ONCITE DPS fungiert als zentrale Datendrehscheibe innerhalb der Fabrik: Es erfasst und kontextualisiert Produktionsdaten aus Maschinen, Anlagen und Sensorik, und bereitet die Daten strukturiert und standardkonform für die Übergabe an übergeordnete IT-Systeme und Datenraum-Connectoren vor.
"Unsere Aufgabe ist es, Produktionsdaten so zu strukturieren und zu integrieren, dass sie souverän entlang der Wertschöpfungsketten genutzt werden können", sagt Dieter Meuser, CEO der German Edge Cloud.
Über den Connector Dataspace OS können Unternehmen diese Daten dann sicher, standardisiert und regelkonform in den Catena-X-Datenraum einbinden und mit ihren Partnern teilen. Der Dateneigentümer behält dabei jederzeit die volle Kontrolle über seine Daten sowie über Zugriffsrechte und Nutzungsbedingungen.
Branchenübergreifende Datenräume für Manufacturing-X
Cofinity-X stellt als Betreibergesellschaft die Datenraum-Infrastruktur bereit und sorgt für den Betrieb zentraler Dienste wie Unternehmens-Onboarding, Identitäts- und Rechteverwaltung sowie die Registrierung von Dataspace Connectoren. Damit entsteht ein technischer und organisatorischer Rahmen, in dem Daten sicher, vertrauenswürdig und skalierbar ausgetauscht werden können - über die Automobilindustrie hinaus.
"Der Showcase zeigt, dass föderierte Datenräume auch branchenübergreifend funktionieren", sagt Thomas Rösch, CEO von Cofinity-X. "Als Betreiber und Enabler für Datenökosysteme schaffen wir die Grundlage für Interoperabilität - heute zwischen Catena-X für die Automobilbranche und Factory-X als industriellem Ökosystem, morgen für viele weitere Branchen. Das ist ein entscheidender Schritt, um Manufacturing-X in der Praxis umzusetzen und skalierbar zu machen."
Komplementäre Rollen entlang der Datenwertschöpfung
Im Rahmen der Partnerschaft übernehmen Cofinity-X und die German Edge Cloud klar definierte, sich ergänzende Rollen. Cofinity-X fokussiert sich auf die horizontale Integration zwischen Unternehmen und stellt auf Basis des Eclipse Dataspace Components Connector (EDC) interoperable Connector-Infrastrukturen für den sicheren, föderierten Datenaustausch bereit. Diese Ebene bildet die Grundlage für den Datenaustausch entlang der Wertschöpfungsketten.
Die German Edge Cloud verantwortet in dem Projekt die vertikale Integration innerhalb der Unternehmen sowie die Intra-Factory-Vernetzung auf Basis der von Factory-X spezifizierten MX-Ports. Diese standardisierten Integrationspunkte aus dem Factory-X-Umfeld werden unter anderem von der SmartFactory Kaiserslautern (SFKL) bereitgestellt und ermöglichen die strukturierte Anbindung von Produktionssystemen an übergeordnete Datenräume.
Als realer Produktionsdemonstrator dient die Modellfabrik der SmartFactory Kaiserslautern mit der Produktionsinsel_PHUKET. Die modulare, serviceorientierte Produktionsanlage zeigt exemplarisch, wie digitale Zwillinge auf Basis der Verwaltungsschale AAS, OPC-UA-basierter Maschinenkommunikation und souveräner Datenaustausch in einer realen Fertigungsumgebung zusammenspielen.
"Für Manufacturing-X sind interoperable Datenräume ebenso wichtig wie eine belastbare Referenzarchitektur, die in realen Produktionsumgebungen funktioniert", sagt Prof. Dr. Martin Ruskowski, Vorstandsvorsitzender der SFKL. "Mit unserer Modellfabrik zeigen wir, wie sich Ökosysteme konkret verbinden lassen - reproduzierbar und übertragbar auf industrielle Produktionslandschaften."
Live-Demonstration auf der Hannover Messe 2026
Der gemeinsame Showcase wird im April 2026 auf der Hannover Messe erstmals live präsentiert. Er macht greifbar, dass unterschiedliche Datenraum-Ökosysteme nahtlos zusammenarbeiten können und wie sich die europäische Manufacturing-X-Vision Schritt für Schritt in der industriellen Praxis umsetzen lässt. German Edge Cloud, Cofinity-X und die SmartFactory Kaiserslautern leisten damit einen konkreten Beitrag zur digitalen Souveränität der europäischen Industrie.
Interessierte finden die Unternehmen auf der Hannover Messe hier: German Edge Cloud (Halle 16, A16), Cofinity-X (Halle 13, Stand C24, Gemeinschaftsstand Plattform Industrie 4.0), SFKL (Halle 13, Stand C35).
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