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Deutscher Hörverband e.V. (DHV)

„Junge Selbsthilfe muss auch beim DHV unbedingt Thema sein.“ Pascal Thomann, Mitglied im Vorstand des Deutsche Hörverbands (DHV) zum aktuellen Stand beim DHV

„Junge Selbsthilfe muss auch beim DHV unbedingt Thema sein.“ Pascal Thomann, Mitglied im Vorstand des Deutsche Hörverbands (DHV) zum aktuellen Stand beim DHV
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„Junge Selbsthilfe muss auch beim DHV unbedingt Thema sein.“

Pascal Thomann, Mitglied im Vorstand des Deutsche Hörverbands (DHV) zum aktuellen Stand beim DHV

<Berlin, 26. August 2026> In den kommenden Jahren soll der Deutsche Hörverband (DHV) zum gemeinsamen, starken Bundesverband der lautsprachlich kommunizierenden Menschen mit Hörbeeinträchtigung werden. Der DHV wurde Ende 2022 federführend von den Bundesverbänden DSB und DCIG sowie weiteren Landes- und Regionalverbänden gegründet. Die zukünftige Fusion im DHV garantiert, gemeinsam für wichtige Ziele zu kämpfen: mehr Akzeptanz und Teilhabe, eine starke Selbsthilfe, eine bessere Versorgung und eine lebendige Gemeinschaft aller Menschen mit Hörbeeinträchtigung. Doch bis zum großen Verband, dem sich auch weitere Verbände und Interessenten anschließen können, gibt es noch viel zu tun. Die Fusion ist nur in einem schrittweisen Übergang zu schaffen, an dem viele mitwirken. Hier informieren wir fortlaufend zum aktuellen Stand – diesmal mit Pascal Thomann, langjähriger Leiter der CI-Gruppe beim Bund der Schwerhörigen (BdS) Hamburg, Beisitzer im CIV Nord und Mitglied im Vorstand des DHV.

Herr Thomann, Sie sind seit Gründung des DHV Mitglied des Vorstands. Warum engagieren Sie sich hier??

Pascal Thomann: Weil ich es total wichtig finde, dass Menschen mit Hörschädigung eine starke Interessenvertretung haben. Das gilt für alle, die schon schwerhörig geboren werden, und ebenso für alle mit erworbener Schwerhörigkeit. Natürlich gab es schon vor dem DHV viele kleinere und größere Strukturen, die auch alle ihre Berechtigung haben. Ich selbst bin im CIV Nord aktiv, wo ich seit vielen Jahren als Beisitzer ehrenamtlich tätig bin und diverse Veranstaltungen und Projekte mitgemacht habe. Ich leite seit 19 Jahren die CI-Gruppe im Bund der Schwerhörigen in Hamburg. Und ich bin auch noch Mitglied in der DSB-Ortsgruppe meiner früheren Heimat Essen. Aber ich finde es auch wichtig, dass es eine große Interessenvertretung für alle schwerhörigen Menschen in der Bundesrepublik gibt, dass wir mit einer starken Stimme sprechen. Deshalb stehe ich auch klar hinter dem DHV und will dieses große Projekt mit voranbringen. Manch einer fragt sich vielleicht, warum das so lange dauert. Doch solche Verbandsstrukturen zusammenzuführen, muss man eben gut vorbereiten.

Was sind Ihre Aufgaben im Vorstand?

Pascal Thomann: Da stehe ich nicht so in der ersten Reihe, sondern agiere mehr im Hintergrund. Zum Beispiel habe ich die Entwicklung der Homepage unterstützt. Und mir liegt daran, dass die Perspektiven schwerhöriger Kinder und Jugendlicher berücksichtigt werden, auch wenn die bis jetzt eher wenig vorkommen – etwa in unserem gemeinsamen Forderungskatalog. Junge Selbsthilfe muss auch beim DHV unbedingt Thema sein.

Warum ist Ihnen das so wichtig?

Pascal Thomann: Das hat mit meinem Beruf zu tun. Ich habe Gehörlosenpädagogik, Geistigbehindertenpädagogik und Schwerhörigenpädagogik studiert. Ich war Lehrer an der Elbschule in Hamburg und pädagogisch-therapeutischer Leiter am Cochlea Implant Centrum (CIC) Schleswig-Kiel am Landesförderzentrum Hören und Kommunikation. Inzwischen bin ich Schulleiter eines Förderzentrums geistige Entwicklung, habe also beruflich weniger mit hörgeschädigten Kindern und Jugendlichen zu tun; wobei es auch an unserer Schule Schülerinnen und Schüler mit zusätzlicher Hörbehinderung gibt. Über die Selbsthilfe habe ich diese Kontakte natürlich immer noch.

Mit der Bundesjugend (BuJu) und mit Deaf Ohr Alive (DOA) von der DCIG gibt es ja zum Glück eine sehr aktive junge Selbsthilfe. Aber gerade Kinder und Jugendliche finden da nicht so leicht hin. Ich selbst war 14, als ich anfing, ehrenamtlich zu arbeiten. Doch heute ist die Situation ganz anders. Es gibt das CI und gute Hörgeräte. Viele Kinder und Jugendliche werden inklusiv beschult. Das ist toll. Dennoch bleibt ihre Hörschädigung – und damit ihre Behinderung in der Kommunikation. Man muss lernen, damit umzugehen. Denn es wird immer Situationen geben, bei denen man trotzdem an Grenzen stößt. Das ist auch bei mir so. Doch viele hörgeschädigte Kinder begegnen lange niemandem, der ihre Erfahrungen teilt. Und mit 14, 15 ist schwerhörig sein total uncool. Dennoch merken sie, dass sie irgendwie anders sind. Es erschwert ihre Suche nach der eigenen Identität. Oft wird ihnen erst viel später bewusst, wo ihre Probleme herkommen.

Und der frühzeitige Kontakt zur jungen Selbsthilfe kann da helfen?

Pascal Thomann: Auf jeden Fall. Und der DHV kann helfen, darüber noch viel mehr zu informieren; auch zu zeigen, wie bunt die Selbsthilfe ist, und dass es dort für jedes Alter tolle Angebote gibt. Außerdem sind die Jugendlichen doch die Zukunft der Selbsthilfe.

Welche Angebote gibt es denn demnächst vom DHV?

Pascal Thomann: Ganz aktuell hatten wir einen Online-Dialog „Bundesverband trifft Ortsverein“, eine Podiumsrunde, bei der sich der DHV den lokalen Selbsthilfestrukturen einmal mehr vorstellte. Und wir haben eine weitere Pressemitteilung verbreitet, mit der wir uns als Dialogpartner für die Einführung von Auracast anbieten. Wir begrüßen diese neue Technologie, wollen aber auch sicherstellen, dass alle mitgenommen werden und jeder schnell Zugang bekommt. Uns ist es wichtig, dass wir als Betroffene in die Planung einbezogen werden.

Und im September folgt natürlich das Aktionswochenende zu 125 Jahre Schwerhörigenbewegung in Deutschland vom 17. bis 20.9. im Gemeindezentrum der Matthäus-Kirche in Berlin-Steglitz – mit DSB, DCIG und DHV, mit großem Festabend, Selbsthilfetag, buntem Programm, unserer DHV-Mitgliederversammlung und weiteren Beiträgen vom DHV.

Herr Thomann, vielen Dank und weiterhin gutes Gelingen!

Das Interview erschien vor einigen Wochen in Ausgabe 2-2026 der Fachzeitschrift „Schnecke“; es darf gerne frei genutzt werden. Die „Schnecke“, etablierte Fachzeitschrift für das Leben mit Cochlea-Implantat (CI) und Hörgerät, ist das gemeinsame Selbsthilfe-Medium von Deutscher Cochlea Implantat Gesellschaft (DCIG), Deutschem Schwerhörigenbund (DSB) und dem 2022 gegründeten Deutschen Hörverband (DHV). Interessenten für ein Abonnement der „Schnecke“ können dieses unter nachfolgendem Link abschließen – inklusive der Möglichkeit, vorab ein kostenloses Probeheft zu bestellen:

https://www.schnecke-online.de/schnecke-abo

Das beigefügte Porträtfoto von Pascal Thomann dürfen Sie im Zusammenhang mit unserer Meldung frei verwenden. Bildunterschrift: „Junge Selbsthilfe muss auch beim DHV unbedingt Thema sein.“ – Pascal Thomann, Mitglied im Vorstand des Deutsche Hörverbands (DHV), zum aktuellen Stand beim DHV (Foto: DHV).

Anfragen zum DHV bitte an info@hoerverband.de. Presseanfragen bitte an u. g. Pressekontakt. Weitere Informationen und frei nutzbares Bildmaterial finden Sie in unserem Newsroom unter https://www.presseportal.de/nr/177395.

Pressekontakt:

PR-Büro Martin Schaarschmidt

Tel.: (0177) 625 88 86

eMail: martin.schaarschmidt@berlin.de.

Redaktioneller Hinweis:

Der Deutsche Hörverband e. V. (DHV) wurde im Dezember 2022 von der Deutschen Cochlea Implantat Gesellschaft e. V. (DCIG), dem Deutschen Schwerhörigenbund e. V. (DSB) sowie zahlreichen Regional- und Landesverbänden beider Organisationen gegründet, aktuell zählen 17 Verbände zu den ordentlichen Mitgliedern. Erklärtes Ziel ist es, einen schrittweisen Übergang zu einer Fusion von DCIG und DSB herbeizuführen sowie offen für einen Beitritt weiterer Organisationen Hörbeeinträchtigter und Einzelpersonen zu sein. Der DHV vertritt alle überwiegend lautsprachlich kommunizierenden hörbeeinträchtigten Menschen und macht sich für deren Belange gegenüber Politik, Gesellschaft und Öffentlichkeit stark. Grundsätzliche Forderungen des DHV sind Selbstbestimmung, Selbstvertretung, Inklusion und gleichberechtigte Teilhabe in allen Lebensbereichen. Weitere Informationen unter www.hoerverband.de

Martin Schaarschmidt

PR-Berater (DAPR) und Fachjournalist

Funk +49 (0)177 625 88 86

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Mail: martin.schaarschmidt@berlin.de

Homepage: www.martin-schaarschmidt.de

Blog: www.die-hörgräte.de