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IGBCE Nordost fordert Nachbesserungen am StromVKG und Energiezukunft für alle Regionen: „Vergessen Sie die ostdeutschen Reviere nicht“

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IGBCE Nordost fordert Nachbesserungen am StromVKG und Energiezukunft für alle Regionen: „Vergessen Sie die ostdeutschen Reviere nicht“

Berlin, 23. Juni 2026 – Die Energiegewerkschaft IGBCE fordert eine grundlegende Nachbesserung des geplanten Entwurfs zum Strom‑Versorgungssicherheits- und Kapazitätsgesetz (StromVKG). Die Gewerkschaft kritisiert an dem vorliegenden Gesetzentwurf insbesondere den sogenannten Südbonus, der Ostdeutschland beim Bau neuer Gaskraftwerke gegenüber dem Süden Deutschlands benachteiligt. Sie fordert stattdessen einen Transformationsbonus Nordost, um die Energiesicherheit in der Region sicherzustellen und nachhaltige industrielle Perspektiven für die Beschäftigten zu eröffnen, wenn die Kohlekraftwerke bis 2038 vom Netz gehen. Deutschland brauche eine ausgewogene Kraftwerksstrategie.

„Wer den Kohleausstieg ernst meint, muss neue Kapazitäten dort ermöglichen, wo bestehende Kraftwerke geplant vom Netz gehen“, sagt Stephanie Albrecht-Suliak, IGBCE-Landesbezirksleiterin Nordost. „Die Berücksichtigung ostdeutscher Kraftwerkstandorte noch im Jahr 2026 ist in diesen Wochen auch eine Entscheidung der Politik für oder gegen gleichwertige Lebensverhältnisse in Ost und West.“

Die IGBCE setzt sich für regionale Gerechtigkeit für ganz Deutschland ein. Statt den versprochenen Strukturwandel durch Strukturentwicklung voranzutreiben, erlebt Ostdeutschland aktuell in der Industrie vor allem erneut Strukturbruch. Durch den geplanten Südbonus werde der „netztechnische Norden“ stark benachteiligt. Albrecht-Suliak fordert die Bundesregierung stattdessen auf, „neue Gaskraftwerke auch in Ostdeutschland zu bauen sowie Kapazitäten auch in diesen Regionen zu garantieren“. Eine Bevorzugung des netztechnischen Südens sei dagegen ein „verheerendes Signal“ für die Kohleregionen im Osten.

Die Energiewende und der Kohleausstieg stellen die Kohlereviere in Ostdeutschland vor historische Herausforderungen. Die IGBCE nimmt die Bundesregierung in die Pflicht, für ganz Deutschland durch gezielte Investitionen in neue steuerbare Kapazitäten für industrielle Perspektiven und Versorgungsicherheit zu sorgen sowie Beschäftigung und Standorte zu entwickeln. „Wir fordern daher dringend, den Gesetzesentwurf zu überarbeiten und den netztechnischen Nord und die ostdeutschen Kohlereviere in der Lausitz und im Mitteldeutschen Revier nicht zu vergessen“ sagt Stephanie Albrecht-Suliak. „Dazu gehören die Nutzung bestehender Infrastruktur, Flächen und qualifizierter Belegschaften auch in unserer Region für den schnellen und kosteneffizienten Aufbau neuer Kraftwerkskapazitäten.“

Am 24. Juni findet die öffentliche Anhörung zum StromVKG statt. Bis zum Beginn der parlamentarischen Sommerpause am 10. Juli soll das Gesetz in zweiter beziehungsweise dritter Lesung abgeschlossen sein. Soll die erste Ausschreibung wie geplant im September erfolgen, muss dieser Zeitplan eingehalten werden. Die IGBCE begrüßt zwar, dass nach jahrelangen Verzögerungen überhaupt ein Gesetzentwurf vorliegt, kritisiert jedoch dessen Ausgestaltung deutlich und fordert erhebliche Nachbesserungen. Mit zahlreichen Aktionen und einem Parlamentarischen Frühstück am Bundestag haben Beschäftigte, Mitbestimmung, Unternehmen und IGBCE zuletzt mit Nachdruck auf ihre Position aufmerksam gemacht.

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Industriegewerkschaft IGBCE
Verantwortlich: Stephanie Albrecht-Suliak
Landesbezirksleiterin Nordost
Inselstraße 6, 10179 Berlin
Telefon: +49 30 27 87 13-0
Telefax: +49 30 27 87 13-44
E-Mail: lb.nordost@igbce.de
Internet: nordost.igbce.de
 
Über uns:
Der Landesbezirk Nordost umfasst die fünf Bundesländer Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Die IGBCE ist hier zuständig für rund 150.000 Beschäftigte in mehr als 760 erfassten Betrieben.

Die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie hat im Landesbezirk Nordost rund 80.000 Mitglieder.

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